Die gesetzliche Regelung für Trauerurlaub
Zunächst einmal – in Deutschland gibt es keinen Anspruch auf eine gesetzlich festgelegte Anzahl von Tagen für Trauerurlaub. Das bedeutet, dass es keine verbindliche Regelung gibt, wie viel Zeit einem nach dem Tod eines nahen Verwandten wie der Schwiegermutter zusteht. Die meisten Menschen denken dabei an das sogenannte „Kondolenzurlaub“, aber in Wirklichkeit wird das eher als Sonderurlaub oder Freistellung bezeichnet.
Wichtig: Bei sehr engen Verwandten – also Eltern oder Kinder – haben die meisten Arbeitnehmer in Deutschland rechtlichen Anspruch auf ein paar Tage Sonderurlaub. Doch was passiert, wenn es „nur“ die Schwiegermutter betrifft?
Was sagen die Arbeitsverträge?
Die Antwort ist meistens – es kommt auf den Arbeitsvertrag und die Kulanz des Arbeitgebers an. Viele Unternehmen regeln im Arbeitsvertrag oder in der Betriebsvereinbarung, wie viel Sonderurlaub bei einem Trauerfall gewährt wird. Das kann von einem Tag bis zu mehreren Tagen variieren. Häufig ist es so, dass bei dem Tod eines engen Familienangehörigen wie Eltern oder Geschwistern etwa zwei bis drei Tage als Sonderurlaub eingeräumt werden.
Aber wie gesagt: Bei der Schwiegermutter ist das nicht immer eindeutig. In vielen Fällen gewähren Arbeitgeber trotzdem ein bis zwei Tage, besonders wenn das Verhältnis zur Schwiegermutter gut war oder man in der Nähe der Familie lebt. Es kann auch sein, dass du einfach mit deinem Arbeitgeber redest und ihm den Ernst der Situation erklärst – oft gibt es da eine gewisse Flexibilität.
Wenn keine Regelung im Vertrag steht
Was passiert aber, wenn dein Arbeitsvertrag keine spezielle Regelung für Trauerurlaub vorsieht? In diesem Fall hast du grundsätzlich keine rechtliche Verpflichtung deines Arbeitgebers, dir Sonderurlaub zu gewähren. Aber das heißt nicht, dass du gar nichts tun kannst. Viele Arbeitgeber zeigen sich in dieser schwierigen Zeit kulant und gewähren dir unbezahlten Urlaub oder du kannst dir die Zeit mit deinem normalen Jahresurlaub anrechnen lassen.
Es gibt übrigens auch immer die Möglichkeit, bei deinem Arbeitgeber zu fragen, ob du gegebenenfalls „freie Tage“ für einen Trauerfall nehmen kannst, auch wenn diese dann ohne Bezahlung wären.
Was tun, wenn der Arbeitgeber nicht kulant ist?
Es ist leider nicht ausgeschlossen, dass manche Arbeitgeber in solchen Fällen strikt an den vertraglichen Regelungen festhalten und keinen zusätzlichen Urlaub gewähren. Das kann, ehrlich gesagt, frustrierend sein, besonders in so einer emotional belastenden Zeit. Aber man sollte nicht vergessen, dass es in solchen Momenten oft hilfreich ist, das Gespräch zu suchen – viele Arbeitgeber haben Verständnis für die Situation und gewähren dir aus Mitgefühl eine Auszeit.
Und falls du in einer besonders stressigen Situation bist, könnte es auch eine gute Idee sein, eine Krankmeldung in Betracht zu ziehen. Wenn du durch den Verlust emotional stark belastet bist, könnte das in manchen Fällen auch als Krankheitsfall anerkannt werden. Aber Achtung – das ist ein ziemlich heikler Punkt und sollte wirklich nur als letzte Option in Betracht gezogen werden.
Fazit
Kurz gesagt, wie viele Tage du bei dem Tod deiner Schwiegermutter frei bekommst, hängt hauptsächlich von deinem Arbeitsvertrag, der Kulanz deines Arbeitgebers und der familiären Situation ab. In den meisten Fällen wird dir jedoch der Arbeitgeber ein oder zwei Tage Sonderurlaub gewähren, besonders wenn das Verhältnis zu der verstorbenen Person eng war. Falls das nicht der Fall ist, bleibt oft nur der Weg über den Jahresurlaub oder eine unbezahlte Freistellung. Die wichtigste Sache ist, offen und ehrlich mit deinem Arbeitgeber zu sprechen.
Hast du vielleicht schon einmal diese Erfahrung gemacht und warst überrascht, wie dein Arbeitgeber reagiert hat? Oder bist du gerade in einer ähnlichen Situation und brauchst noch einen Rat? Lass es mich wissen, vielleicht hilft es ja, sich darüber auszutauschen!
