Die Regelung hängt davon ab, wann du in Rente gegangen bist
Das ist das erste, was du wissen musst: Es gibt nicht eine Regel für alle. Alles dreht sich um dein Alter und den Beginn der Rente. Und das ist echt wichtig – viele denken, „ich bin 67, ich bin in Rente, alles ist frei“. Aber nein, nicht ganz. Die Grenzen, wie viel du dazuverdienen darfst, sind unterschiedlich, je nachdem, ob du die reguläre Altersgrenze schon erreicht hast oder vorher in Rente gegangen bist.
Wenn du die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht hast
Stell dir vor: Du gehst mit 63 in Rente wegen Alters, aber deine persönliche Regelaltersgrenze liegt bei 66 oder 67. Dann musst du aufpassen. Denn hier gilt die Erwerbstätigkeitsobergrenze. Und die ist – ehrlich gesagt – ziemlich eng.
2023 dürfen Rentner in dieser Gruppe nur 450 Euro im Monat verdienen – und das auch nur, wenn es eine geringfügige Beschäftigung ist, also eine 450-Euro-Job. Alles darüber hinaus? Kann zu einer Kürzung der Rente führen. Und das ist kein Spaß. Ich hab mal eine Kollegin von früher getroffen, Gisela aus dem alten Büro, weißt du? Die hat mit 64 eine kleine Tätigkeit als Sekretärin in einer Tierarztpraxis gemacht – 600 Euro im Monat. Und plötzlich kam der Bescheid: „Ihre Rente wird gekürzt.“ Voll überrascht war sie. Hatte sie nicht gewusst.
Aber Achtung – es gibt Ausnahmen
Wenn du selbstständig bist, sieht die Sache anders aus. Da gilt nicht der monatliche Verdienst, sondern das gesamte Jahreseinkommen. Und hier darfst du 2023 bis zu 6.300 Euro pro Jahr verdienen, ohne dass die Rente gekürzt wird. Das sind umgerechnet etwa 525 Euro im Monat – aber du kannst mal mehr, mal weniger verdienen. Hauptsache, du bleibst unter der Jahresgrenze.
Ich hab das mal mit meinem Nachbarn Rudi beobachtet – der macht jetzt im Ruhestand kleine Reparaturen für Leute im Dorf. Dachschäden, kaputte Fenster, so was. Kein Vertrag, kein Chef, einfach Rechnungen stellen. Und er achtet drauf, dass er im Jahr nicht über 6.000 Euro kommt. Weil er mit 65 in Rente ging – vor der Regelaltersgrenze. Wär er 67, könnte er alles verdienen, was er will.
Wenn du die Regelaltersgrenze erreicht hast
Dann – und das ist die gute Nachricht – darfst du so viel verdienen, wie du willst. Keine Obergrenze. Keine Kürzungen. Ob du einen Nebenjob hast, selbstständig bist oder sogar wieder Vollzeit arbeitest – deine Rente bleibt komplett erhalten.
Ich hab das bei meinem Onkel Herbert gesehen. Der ist 1957 geboren, also 66 im Jahr 2023. Hat mit 67 die volle Altersgrenze erreicht. Und was macht er? Arbeitet jetzt drei Tage die Woche in einem Second-Hand-Laden in Wiesbaden. Nicht, weil er muss – nein, weil er Spaß daran hat. Und verdient dabei locker 1.200 Euro im Monat. Und seine Rente? Die kriegt er trotzdem. Voller Betrag. Frei dazuverdient. Ist das nicht krass?
Aber was zählt als Einkommen?
Das ist auch so eine Sache, die viele falsch verstehen. Nicht alles, was du verdienst, wird gleich angerechnet. Es zählt das zu versteuernde Einkommen aus nichtselbstständiger und selbstständiger Arbeit. Aber: Werbungskosten, also zum Beispiel Fahrtkosten, Werkzeug, Arbeitsmittel – die kannst du abziehen. Bei Selbstständigen wird also nicht der Bruttoverdienst geprüft, sondern der reine Gewinn.
Also, wenn du als Klempner 8.000 Euro im Jahr umsetzt, aber 2.500 Euro für Material, Werkzeug und Sprit draufgehst, dann zählen nur 5.500 Euro als Einkommen. Und das wäre dann noch unter der 6.300-Euro-Grenze. Das ist echt wichtig – viele rechnen nur mit dem Brutto und denken, sie wären schon drüber. Ist aber nicht so.
Was passiert, wenn du zu viel verdienst?
Jetzt kommt der Teil, der niemandem gefällt: Wenn du die Grenzen überschreitest und vor der Regelaltersgrenze bist, dann wird deine Rente um 40 Prozent des übersteigenden Betrags gekürzt. Klingt kompliziert, ist es aber nicht.
Beispiel: Du darfst 450 Euro verdienen, machst aber 700 Euro im Monat. Dann sind 250 Euro zu viel. 40 Prozent davon, also 100 Euro, werden von deiner monatlichen Rente abgezogen. Bei einer Rente von 1.500 Euro wärst du plötzlich bei 1.400. Und das jeden Monat, solange du zu viel verdienst. Lohnt sich das dann noch? Frag ich mich.
Aber Moment – was ist mit Minijobs?
Die sind eigentlich perfekt – wenn du vor der Regelaltersgrenze bist. Denn ein klassischer 450-Euro-Job gilt als geringfügige Beschäftigung. Die wird nicht auf die Einkommensgrenze angerechnet. Also: Du kannst diesen Job machen und hast trotzdem deine volle Rente. Aber – und das ist groß geschrieben – du darfst nicht mehrere Minijobs kombinieren, um insgesamt 900 Euro zu verdienen. Dann sieht die Rentenversicherung das als Regelarbeitsverhältnis an. Und dann zählt alles. Hab ich mal in einem Forum gelesen – jemand hatte zwei 450-Euro-Jobs, wurde geprüft, und plötzlich kam die Kürzung. Ärger groß.
Und Krankenversicherung? Auch wichtig!
Das vergessen viele: Wenn du in Rente bist und zusätzlich verdienst, kann sich das auf deine Krankenversicherung auswirken. Wer in der gesetzlichen Versicherung ist, bleibt meist beitragsfrei über die Rente versichert – aber nur, wenn kein neues versicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis dazu kommt. Macht man also plötzlich 500 Euro im Monat in einem Job mit Sozialversicherungspflicht, kann es sein, dass man wieder Beiträge zahlen muss. Und das ist dann oft teurer, als man denkt.
Meine Schwester Monika hatte das Problem. Hat nach der Rente einen Job in der Bibliothek angenommen – 520 Euro im Monat. Hat nicht gedacht, dass das versicherungspflichtig ist. Und schwupps – monatlich 120 Euro mehr an Krankenversicherung. Hat sie überrascht. Hat sie dann wieder aufgekündigt. War nicht ihr Ding.
Fazit: Ja, man darf was dazuverdienen – aber klug planen
Also, um es zusammenzufassen: Ja, du kannst als Rentner 2023 was dazuverdienen. Aber wie viel, hängt echt stark davon ab, wann du in Rente gegangen bist. Hast du die Regelaltersgrenze erreicht? Dann: Vollgas. Tu, was du willst. Bist du früher raus? Dann Augen auf – 450 Euro Minijob oder unter 6.300 Euro im Jahr als Selbstständiger. Sonst wird’s teuer.
Und ganz ehrlich? Ich glaube, viele machen sich zu viele Sorgen. Die Deutsche Rentenversicherung schickt normalerweise einen Fragebogen zu – da trägst du ein, was du verdienst. Und wenn was nicht stimmt, geben die Bescheid. Kein Grund, Angst zu haben. Aber besser, man informiert sich vorher. Ein Anruf bei der Rentenberatung – kostenlos übrigens – kann echt viel Stress sparen.
Übrigens: Ich hab mich letzten Herbst für einen kleinen Blog entschieden. Schreib über Garten und Nachhaltigkeit. Verdienst? Maximal 300 Euro im Monat. Werbung, Affiliate-Links, so was. Und weil ich 67 war, als ich in Rente ging – keine Sorgen. Macht Spaß, und ein bisschen was kommt rum. Vielleicht machst du ja auch was, das dir Freude macht? Hauptsache, du rechnest vorher durch.
Weißt du, was das Beste ist? Dass man jetzt endlich entscheiden kann, was einem wichtig ist. Ob Ruhe – oder noch ein bisschen Wirkung. Beides ist okay.
