Was bedeutet "sittenwidrig" überhaupt? Ein kleiner Exkurs
Die fiesen Tricks: Wann eine Kündigung wirklich sittenwidrig ist
Jetzt wird's konkret! Eine Kündigung ist nicht einfach nur ungerecht, sie muss sittenwidrig sein. Das ist ein großer Unterschied! Stell dir vor, dein Chef kündigt dir, weil...
- ...du ihm nicht deine Briefmarkensammlung schenken wolltest? (Ja, absurd, aber denkbar!)
- ...du schwanger bist und er "keine Lust auf Ausfälle" hat? (Absolut inakzeptabel!)
- ...du ihn beim Falschparken erwischt hast und er Angst vor einer Anzeige hat? (Richtig kindisch!)
Das sind natürlich extreme Beispiele, aber sie verdeutlichen das Prinzip. Es muss ein krasses Missverhältnis zwischen dem Anlass der Kündigung und der Kündigung selbst bestehen. Es muss einfach "zum Himmel stinken"! Und Achtung: Auch wenn die Kündigung formal korrekt ist (Fristen, Form etc.), kann sie trotzdem sittenwidrig sein!
Kündigung wegen Krankheit: Darf er das wirklich?
Krankheit ist ein heikles Thema. Klar, häufige oder lange Krankheit kann für den Arbeitgeber lästig sein. Aber: Einfach so jemanden wegen Krankheit rauszuschmeißen? Das geht oft nicht! Es kommt darauf an. Wenn die Krankheit Folge eines Arbeitsunfalls ist, oder wenn der Arbeitgeber die Krankheit sogar provoziert hat (z.B. durch Mobbing), dann kann die Kündigung ganz schnell sittenwidrig sein! Aber auch ohne direkten Zusammenhang zur Arbeit kann eine Kündigung wegen Krankheit sittenwidrig sein, wenn sie unverhältnismäßig ist und den Arbeitnehmer in eine besonders schwierige Lage bringt.
Mobbing und Bossing: Wenn die Kündigung zur Rache wird
Mobbing ist widerlich, Bossing (Mobbing durch den Chef!) noch schlimmer. Und wenn dann auch noch eine Kündigung folgt, um das Ganze zu "krönen"? Das ist oft ein klarer Fall von Sittenwidrigkeit! Der Arbeitgeber versucht, dich loszuwerden, weil du ihm unbequem geworden bist, weil du dich gewehrt hast, weil du ihn vielleicht sogar angezeigt hast. Das ist perfide und unzulässig!
Der "goldene Handschlag" als Indiz für Sittenwidrigkeit?
Manchmal bietet der Arbeitgeber eine Abfindung an, um die Sache "aus der Welt zu schaffen". Ein "goldener Handschlag", sozusagen. Aber Vorsicht! Eine hohe Abfindung ist nicht automatisch ein Beweis für eine sittenwidrige Kündigung. Es kann einfach nur bedeuten, dass der Arbeitgeber Streit vermeiden will. Aber: Wenn die Abfindung extrem hoch ist, kann das schon ein Indiz sein, dass er sich seiner Sache nicht ganz sicher ist und etwas "beschönigen" will.
Was du tun kannst: Dein Recht auf Gegenwehr!
Du glaubst, deine Kündigung ist sittenwidrig? Bloß nicht den Kopf in den Sand stecken! Du hast Rechte!
- Klage einreichen: Innerhalb von drei Wochen nach Zugang der Kündigung musst du Klage beim Arbeitsgericht einreichen. Sonst ist der Zug abgefahren!
- Anwalt einschalten: Ein Anwalt für Arbeitsrecht ist jetzt dein bester Freund. Er kennt die Gesetze, die Tricks und die Fallstricke.
- Beweise sammeln: Alles, was deine Position stärkt, ist Gold wert. E-Mails, Zeugenaussagen, Protokolle... Je mehr, desto besser!
Das Arbeitsgericht: Der Ort der Wahrheit?
Vor Gericht wird dann geprüft, ob die Kündigung tatsächlich sittenwidrig ist. Der Richter wird sich alle Umstände ansehen, die Motive des Arbeitgebers, deine persönliche Situation… Es ist ein Kampf, aber ein Kampf, der sich lohnen kann! Denn wenn du Recht bekommst, kann die Kündigung für unwirksam erklärt werden. Und das bedeutet: Du hast deinen Job zurück! Oder zumindest eine saftige Abfindung!
Fazit: Sittenwidrigkeit ist kein Kavaliersdelikt!
Eine sittenwidrige Kündigung ist ein Angriff auf deine Würde und deine Rechte. Lass dir das nicht gefallen! Wehre dich! Denn nur wer kämpft, kann gewinnen. Und wer weiß, vielleicht ist deine Kündigung ja der Anfang von etwas Neuem und Besserem. Aber ohne Kampf wird es schwer. Also, worauf wartest du noch? Hol dir Hilfe und zeig deinem Ex-Chef, dass er sich mit dem Falschen angelegt hat!
