Die Sache mit dem Service
In den USA ist es so, dass Servicekräfte oft einen ziemlich niedrigen Grundlohn bekommen. Der ist oft sogar unter dem Mindestlohn! Die Idee ist, dass sie den Rest durch Trinkgeld reinholen. Deshalb ist Trinkgeld in der Gastronomie und in anderen Dienstleistungsbereichen wie Taxis, Friseure, etc. so üblich. Es ist im Grunde ein fester Bestandteil ihres Einkommens.
Klar, theoretisch kann man sagen: „Ich gebe kein Trinkgeld, wenn der Service schlecht war.“ Aber ganz ehrlich, das macht man eigentlich nur, wenn wirklich was total schiefgelaufen ist. Und selbst dann gibt's oft komische Blicke.
Wie viel Trinkgeld ist denn angemessen?
Die gängige Regel ist so 15-20% des Rechnungsbetrags vor Steuern. Bei wirklich außergewöhnlichem Service kann's auch mehr sein. Bei schlechtem Service… naja, da kann man drüber diskutieren. Aber wie gesagt, komplett ohne Trinkgeld ist eher unüblich, es sei denn, es gab wirklich massive Probleme.
Trinkgeld aufrechnen: Ein kleines Rechenbeispiel
Nehmen wir an, deine Rechnung im Restaurant beträgt 50 Dollar. Dann wären 15% Trinkgeld 7,50 Dollar und 20% wären 10 Dollar. Irgendwo dazwischen liegt man meistens richtig.
Meine persönliche Trinkgeld-Geschichte
Ich erinnere mich, als ich das erste Mal in New York war. Ich war jung und total unerfahren mit dem amerikanischen Trinkgeldsystem. Ich hatte in einem kleinen Diner zu Mittag gegessen und war mit dem Essen eigentlich ganz zufrieden. Dann habe ich einfach den Betrag bezahlt, der auf der Rechnung stand, und bin gegangen. Die Kellnerin hat mich so komisch angeschaut! Mir war das in dem Moment gar nicht so bewusst, aber später habe ich dann verstanden, dass ich quasi einen Fauxpas begangen hatte. Seitdem bin ich immer sehr aufmerksam, wenn es ums Trinkgeld geht.
Gibt es Ausnahmen?
Ja, klar! Bei größeren Gruppen (oft ab 6 oder 8 Personen) wird manchmal automatisch ein Trinkgeld (Gratuity) auf die Rechnung gesetzt. Das steht dann aber auch explizit auf der Rechnung drauf. Also, immer genau hinschauen!
Und in manchen Fast-Food-Restaurants oder Cafés, wo man am Tresen bestellt und sein Essen selbst abholt, ist Trinkgeld auch nicht üblich. Aber selbst da steht manchmal so ein Trinkgeldglas rum… Tja, was macht man dann? Ist dann jedem selbst überlassen, ehrlich gesagt.
Trinkgeld-Etikette: Ein paar Tipps
- Im Restaurant: 15-20% des Rechnungsbetrags vor Steuern.
- In Bars: 1 Dollar pro Getränk oder 15-20% der Rechnung.
- Taxi/Uber: 15-20% des Fahrpreises.
- Friseur/Kosmetik: 15-20% des Preises.
- Hotel (Gepäckträger, Zimmerservice): 1-2 Dollar pro Gepäckstück oder 15-20% der Rechnung.
Also, Fazit: Ist Trinkgeld Pflicht?
Rein rechtlich gesehen: Nein. Aber gesellschaftlich gesehen: Ja, irgendwie schon. Es ist einfach ein fester Bestandteil der amerikanischen Kultur und des Einkommens vieler Servicekräfte. Wenn du also in den USA unterwegs bist, solltest du das auf jeden Fall im Hinterkopf behalten und entsprechend planen. Sonst kann's schnell unangenehm werden. Und mal ehrlich, ein bisschen Wertschätzung für guten Service schadet ja auch nie, oder?
Ein letzter Gedanke
Ach ja, und by the way: Vergiss nicht, dass in einigen touristischen Gegenden die Preise eh schon höher sind. Da ist das Trinkgeld dann noch mal extra bitter. Aber was soll's, gehört halt dazu, wenn man in den USA unterwegs ist!
