Die kalten Zahlen erstmal
Wenn man nur auf den Spitzensteuersatz schaut, dann sieht Österreich auf den ersten Blick gnädiger aus. In Deutschland greift der ja ab etwa 63.000 Euro zu versteuerndem Einkommen mit 42%, während er in Österreich erst ab 90.000 Euro mit 50% anfängt. Klingt erstmal super für Österreich, oder? Aber Moment – da sind wir auch schon beim ersten Haken. Denn in Österreich gibt's diesen berüchtigten „Solidaritätszuschlag“ nicht, den wir in Deutschland haben, der nochmal extra oben draufkommt. Und überhaupt, das mit den Steuern ist ja nie so simpel, wie man denkt.
Ich erinnere mich, wie ich mal mit einer Bekannten aus Salzburg geredet habe, die eine Zeitlang in Berlin gearbeitet hat. Die meinte, sie hat zwar in Deutschland etwas weniger Brutto gehabt, aber netto war es dann am Ende überraschenderweise fast dasselbe. Komisch, oder? Liegt wohl an den Sozialabgaben, die in Deutschland doch etwas höher sind – vor allem die Krankenversicherung, die ja bei uns vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam getragen wird, während das in Österreich anders geregelt ist. Da muss man echt aufpassen, dass man nicht Äpfel mit Birnen vergleicht.
Und dann ist da noch die Lebensqualität
Weil, Steuern zahlen wir ja nicht nur, um dem Staat was Gutes zu tun, sondern weil wir dafür auch etwas zurückbekommen. In Österreich zum Beispiel ist die Gesundheitsversorgung oft etwas entspannter, finde ich. Als ich mal in Innsbruck Ski gefahren bin – ganz spontan, weil das Wetter so gut war –, hab ich mich versehentlich verhauen und bin ins Krankenhaus gekommen. Die Behandlung war top, und die Kosten waren überschaubar. In Deutschland hätte das vielleicht länger gedauert mit den Wartezeiten, keine Ahnung. Aber das ist nur so eine subjektive Einschätzung von mir.
Aber hey, dafür gibt's in Deutschland oft mehr Infrastrukturprojekte oder so, denke ich mir manchmal. Ist halt die Frage, was einem wichtiger ist. Wenn du Kinder hast, könnte das Betreuungsangebot in Österreich besser sein, hab ich gehört. Mein Cousin lebt in Graz, und der schwärmt immer davon, wie unkompliziert das mit den Kindergärten ist. In München, wo ich wohne, ist das manchmal ein echter Kampf, ehrlich gesagt.
Also, was ist jetzt die Antwort?
Puh, schwer zu sagen. Es kommt wirklich darauf an, wie viel du verdienst, ob du alleinstehend bist oder eine Familie hast, und was du vom Leben erwartest. Für Geringverdiener könnte Österreich etwas günstiger sein, weil die Steuerprogression anders aussieht. Für Spitzenverdiener sieht's in Deutschland theoretisch besser aus, aber dann kommen wieder die Abgaben dazu – oh Mann, das ist verwirrend.
Letztendlich, denke ich, ist der Unterschied nicht so riesig, dass er einen Umzug rechtfertigen würde. Es sei denn, du stehst wirklich auf Berge und willst unbedingt nach Österreich, weißt du? Aber finanziell gesehen, naja, ich glaube, da gewinnt keiner so richtig. Vielleicht ist es am Ende eine Frage des Gefühls. Wie mein Kumpel Markus sagt: In Wien fühlt es sich einfach besser an, auch wenn die Zahlen ähnlich sind. Und manchmal zählt das mehr, oder?
Was meinst du? Hast du Erfahrungen damit gemacht? Ich bin gespannt!
