Steffen Henssler: Der Mann hinter dem Stern
Ich denke, jeder in Deutschland kennt Henssler – durch seine Fernsehauftritte, seine direkte Art oder seinen Restaurant-Imperium. Doch viele wissen nicht: Sein Herz hängt an der italienischen Küche. Sein Restaurant Da Marco in Düsseldorf ist seit 1996 sein Flaggschiff. Die ersten Michelin Sterne bekam er dort 2008 – erst einen, dann zwei. Interessant ist, dass er selbst sagt, Sterne seien „nicht alles, aber ein Qualitätsmerkmal“. Das passt zu seinem Stil: bodenständig, aber ehrgeizig.
Wie der Michelin Guide tickt – und warum zwei Sterne reichen können
Die Michelin-Beurteilung ist kein Hexenwerk, aber komplex. Drei Sterne gelten als „Weltklasse“, zwei als „Exzellent in seiner Kategorie“, einer für „sehr gutes Essen“. Bei Henssler ist die Frage nach dem dritten Stern ein Dauerbrenner. Ich glaube, das liegt an seiner Popularität. Doch die Realität ist: Sterne werden selten vergeben. Ein dritter Stern bedeutet einen „Außergewöhnliches Erlebnis“. Vielleicht will Henssler das nicht? Oder Michelin sieht ihn nicht im selben Kontext wie Spitzenrestaurants wie das Aqua in Wolfsburg.
Ein Detail, das oft übersehen wird: Die Sterne gelten pro Restaurant. Henssler selbst betreibt zwar mehrere Lokalitäten – von Sushi bis Kölsch – doch nur Da Marco hat die zwei Sterne. Seine anderen Projekte wie das Sakura in Düsseldorf oder Gaffel am Dom sind anders ausgerichtet. Das zeigt: Sterne spiegeln die Philosophie eines Hauses wider, nicht zwingend den Koch.
Der Irrglaube: „Mehr Sterne = better Chef“
Ich hab’s selbst erlebt: Manche denken, weil Henssler zwei Sterne hat, sei er nicht so gut wie Kollegen mit drei. Das ist Quatsch. Die Sterne sind ein Kriterium, kein Wertungssiegel. Henssler setzt bewusst auf Zugänglichkeit. Ein Menü bei Da Marco kostet um die 200-300 Euro – teuer, aber nicht im elitären Bereich. Andere Sterne-Restaurants verlangen locker doppelt so viel. Vielleicht ist genau das sein Erfolgsrezept: Qualität, die nicht unerreichbar wirkt.
Andere Auszeichnungen, die man kennen sollte
Michelin dominiert die Diskussionen, aber es gibt mehr. Henssler hat 2019 den Deutschen Kochpreis gewonnen – das ist fast so etwas wie der Oscar der Branche. Sein Restaurant Da Marco hat auch im Gault Millau mit 19 Punkten abgeräumt (von 20 möglich). Das ist übrigens die höchste Bewertung, die ein Restaurant in Deutschland erreichen kann. Im Gault Millau zählt übrigens jedes halbe Jahr die Gerichte, Service, Ambiente und Persönlichkeit. Da hängt er viele Sterne-Restaurants ab. Interessant, oder?
Kommt der dritte Stern jemals?
Ich frage mich, ob Henssler überhaupt einen dritten Stern will. In Interviews sagt er, Sterne seien „schön, aber nicht das Ziel“. Seine Prioritäten liegen anders: Er setzt auf Vielfalt – von der Fernsehküche bis zum Familienbetrieb. Vielleicht ist das der Unterschied zu Sterne-Jägern wie Tim Raue, die jede Speisekarte wie einen Wettkampf angehen. Henssler bleibt bei seiner Linie: „Kochen mit Herz und Hand.“ Und das funktioniert – mit oder ohne dritten Stern.
Praxis-Tipp: Sterne oder nicht – wie wählt man ein Restaurant aus?
Wenn du planst, Henssler zu besuchen, denk nicht nur an die Sterne. Probiere das Tasting Menü bei Da Marco – die Kombination aus italienischer Leichtigkeit und deutscher Präzision ist einzigartig. Allerdings: Das Ambiente ist eher klassisch, nicht spektakulär. Wer Showeffekte erwartet, wird enttäuscht. Aber die Pasta? Perfekt. Und das ohne Kompromisse. Tipp: Reserviere früh – die zwei Sterne ziehen Gäste aus ganz Europa an.
Fazit: Zwei Sterne reichen – fürs Erste
Steffen Henssler und zwei Michelin Sterne – das ist eine Erfolgsgeschichte, die zeigt: Qualität muss nicht elitär sein. Sein Ansatz beweist, dass man auch mit klaren Prioritäten die Spitze erreichen kann. Vielleicht kommt der dritte Stern nie. Vielleicht will er ihn auch nicht. Doch eines ist sicher: Wer bei Da Marco sitzt, merkt schnell, warum zwei Sterne hier reichen, um glücklich zu sein. Probiere es aus – und vergiss nicht: Sterne sind nur ein Teil der Wahrheit.

