Was ist denn überhaupt eine Blockade?
Bevor wir uns die Frage stellen, wie lange es dauert, muss man erst mal klären: Was ist das eigentlich? Ich meine, im Kopf ist keine Tür zugefallen, es ist ja nicht wie im Film, wo jemand auf einen Knopf drückt und – bäm – alles steht still.
Eine Blockade ist eigentlich eher so ein ständiges Stehenbleiben. Du willst was tun – einen Text schreiben, eine Entscheidung treffen, dich mal wieder beim Sport melden – und dann? Nix. Kein Bock. Keine Energie. Keine Idee. Und das schlechte Gewissen nagt. Genau das hatte Sandra.
Hängt alles vom Typ ab
Ich glaube, viele denken: „Naja, 2 Tage, dann reiß ich mich zusammen.“ Aber so einfach ist das nicht. Bei mir war’s letztes Jahr im März ganz heftig. Ich wollte ein Buchprojekt starten, hatte sogar schon einen Verlag, der Interesse zeigte – und dann? Totaler Stillstand. Wochenlang.
Ich hab mir jeden Tag vorgenommen: Heute fang ich an. Und jeden Tag hab ich stattdessen YouTube-Clips über Katzen in Kartons geguckt. Nicht mal ich versteh mich manchmal.
Also, wie lange es dauert, hängt echt vom Mensch ab. Und auch von der Art der Blockade. Ist es Burnout? Stress? Angst vor Scheitern? Oder einfach nur Überforderung?
Die kleine Blockade – mal kurz durchatmen
Manche Blockaden sind wie ein kleiner Krampf im Nacken. Du spürst’s, aber nach zwei Tagen Massage, mehr Schlaf und einer guten Tasse Tee – weg. So war’s bei meinem Kollegen Tom. Der hatte Stress mit seinem Chef, konnte danach zwei Tage lang nicht mehr effektiv arbeiten. Hat sich freigenommen, ein bisschen spazieren gegangen, mit seiner Tochter Lego gespielt – und plötzlich war der Kopf wieder frei.
So was dauert manchmal nur 48 Stunden. Wenn du merkst: „Ey, ich bin nur kurz abgehängt“, dann reicht oft schon ein bewusster Reset. Du weißt schon: Handy ausschalten, rausgehen, tief durchatmen. Einfach mal nix tun.
Die mittlere Blockade – da braucht’s was mehr
Dann gibt’s die, die länger bleiben. So zwei bis sechs Wochen. Das war bei mir mit dem Buch. Ich hab’s nicht geschafft, mich hinzusetzen, hatte Angst, es nicht gut genug zu machen. Und jedes Mal, wenn ich anfing, hab ich mich selbst runtergemacht. „Das ist doch nichts, das interessiert doch eh keinen.“
Da half kein einfach „mach mal Pause“. Da musste ich echt mit jemandem reden. Hab mich dann bei einer Therapeutin angemeldet – Frau Dr. Neumann, in der Innenstadt, weißt du? – und nach drei Sitzungen wurde’s besser. Nicht perfekt, aber ich hab wieder schreiben können. Also, bei so mittleren Blockaden: oft Wochen, manchmal mit Unterstützung.
Und wenn sie richtig tief sitzt?
Ich hab mal einen Vortrag gehört von einem Mann, der jahrelang blockiert war. Nach einer Trennung, die total heftig war. Hat jahrelang kein Bild mehr gemalt, obwohl er Maler war. Erst nach zwei Jahren Therapie, Reisen, Gesprächen mit anderen Künstlern – da fing er wieder an.
Also, ja: manche Blockaden dauern Monate. Manchmal sogar Jahre. Das ist hart, aber wahr. Und das Schlimmste? Dass man sich dafür schämt. Dass man denkt: „Warum krieg ich das nicht hin? Andere schaffen das doch!“
Aber weißt du was? Das ist Quatsch. Blockaden sind kein Zeichen von Schwäche. Ganz im Gegenteil – oft sind sie ein Signal vom Körper und von der Psyche: „Hey, hier stimmt was nicht. Mach mal langsamer.“
Was hilft wirklich?
Ich hab rumprobiert. Meditation – bei mir wirkt’s nur, wenn ich wirklich dran bleibe. Tagebuch führen – ja, das hilft. Hab’s letztes Jahr jeden Abend gemacht, auch wenn’s nur drei Sätze waren. Hat was gebracht.
Und Bewegung. Ehrlich – kein Witz. Wenn ich mich zwing, 20 Minuten um den See zu laufen, kommt danach oft die Idee, die den ganzen Tag gefehlt hat. Keine Ahnung warum, aber so ist es.
Ach, und wichtig: nicht allein bleiben. Bei Sandra hab ich gesagt: „Geh mal zu einer Coachin, die kennt sich mit so was aus.“ Und nach vier Wochen meinte sie: „Ich hab das Gefühl, ich komm wieder raus.“
Wie lange dauert’s also?
Also, um’s kurz zu machen: Es gibt keine Pauschalantwort. Wirklich nicht. Bei mir war’s mal zwei Tage, mal drei Monate. Hängt vom Stresslevel ab, von der Lebenssituation, von der Unterstützung, die du hast.
Manchmal dauert’s, bis du endlich merkst: „Ich darf auch mal nicht können.“ Und das ist eigentlich der erste Schritt.
Also, wenn du gerade blockierst – mach dir keinen Druck. Es kommt wieder. Vielleicht nicht morgen. Vielleicht nicht nächste Woche. Aber es kommt. Und bis dahin: sei gut zu dir. Trink nen Tee. Schau Katzen in Kartons. Ist auch okay.
Weißt du, was am Ende zählt? Dass du nicht aufgibst. Dass du merkst: Es ist nur eine Phase. Und die geht vorbei. Egal wie lange sie dauert.
