Schnecken und Atmung – klingt langweilig? Ist es nicht!
Die Antwort: Ja, Schnecken atmen. Aber nicht alle auf die gleiche Art. Es gibt nämlich verschiedene Schneckenarten – und je nach Lebensraum atmen sie unterschiedlich.
Lungen oder Kiemen? Kommt auf die Schnecke an
Land- vs. Wasserschnecken: Der große Unterschied
Die meisten Landschnecken, die du im Garten findest (wie die Weinbergschnecke zum Beispiel), besitzen eine Lunge. Richtig gelesen – eine Art „Lunge“, die Luft atmet. Diese Schnecken gehören zur Gruppe der sogenannten Pulmonaten (von „pulmo“ = Lunge).
Wasserschnecken hingegen, wie die Posthornschnecke oder einige Meeresschnecken, besitzen oft Kiemen, mit denen sie den Sauerstoff direkt aus dem Wasser filtern – wie Fische eben.
Also ja: manche Schnecken atmen Luft, andere Wasser.
Wie funktioniert die Atmung bei Lungenschnecken?
Das Atemloch – unscheinbar, aber wichtig
Wenn du genau hinsiehst, kannst du an der rechten Körperseite der Schnecke ein kleines Loch erkennen – das sogenannte Atemloch oder Pneumostom. Darüber nimmt die Schnecke Sauerstoff aus der Luft auf und gibt Kohlendioxid ab.
Dieses Loch öffnet und schließt sich regelmäßig. Manchmal sieht es fast so aus, als würde die Schnecke „schnaufen“. Echt süß, ehrlich gesagt.
Der Luftaustausch im Inneren
Die eingeatmete Luft gelangt in eine Atemhöhle, die von feinen Blutgefäßen durchzogen ist. Dort findet der Gasaustausch statt: Sauerstoff rein, CO₂ raus. Ziemlich clever für ein Tier ohne Stimme, oder?
Wie überleben Schnecken unter Wasser?
Auch Lungenschnecken können schwimmen – na ja, irgendwie
Manche Landschnecken können tatsächlich kurzzeitig untertauchen und überleben, indem sie Luft in ihrer Lungenhöhle speichern. Aber das geht nicht ewig – früher oder später müssen sie wieder auftauchen, sonst ersticken sie.
Einige Süßwasserschnecken mit Lunge schwimmen sogar aktiv zur Wasseroberfläche, holen Luft und tauchen wieder ab. Fast wie Mini-Wale im Schneckentempo
Kiemenschnecken: Die wahren Unterwasserprofis
Schnecken mit Kiemen sind da ganz anders. Sie haben fein strukturierte Kiemenblättchen, mit denen sie kontinuierlich Sauerstoff aus dem Wasser aufnehmen – kein Auftauchen nötig. Manche Meeresschnecken haben sogar sogenannte Siphons, mit denen sie Wasser ansaugen, während sie sich im Sand vergraben.
Überleben im Schlafmodus: Atmen Schnecken im Winterschlaf?
Ja, aber extrem langsam. Wenn Schnecken in Trockenstarre oder Winterruhe gehen, verlangsamt sich ihr Stoffwechsel enorm. Die Atmung reduziert sich auf ein absolutes Minimum. So können sie wochen- oder sogar monatelang ohne neue Luftzufuhr auskommen. Verrückt, oder?
Ich erinnere mich an eine Schnecke, die ich als Kind im Glas vergessen hatte (ups ). Ich dachte, sie sei tot. Aber Wochen später – zack, sie kroch wieder los. Was für ein Comeback!
Fazit: Schnecken atmen – und wie!
Also, wie atmen Schnecken? Ganz einfach gesagt:
Landschnecken nutzen eine Lunge und atmen durch ein kleines Atemloch.
Wasserschnecken nutzen Kiemen (oder manchmal auch Lungen, je nach Art).
Sie passen ihre Atmung an ihre Umgebung und Aktivität an – sogar im Schlafmodus.
Klingt erstmal still und unsichtbar – aber wer genau hinsieht, merkt: selbst das Schneckentempo hat seine Geheimnisse.
