Wasser – ja, wirklich, das ist das Wichtigste
Ich weiß, das klingt jetzt mega langweilig. Aber Wasser – und zwar richtig viel – ist das wahre MVP beim Stillen. Ich hab das am Anfang unterschätzt. Dachte: Na, ich trinke so, wie immer. Und dann kam der Tag, an dem ich mit Sophie – das ist meine Kleine – im Arm auf der Couch lag, total verschwitzt, die Stirn glüht, und dachte: Mensch, warum ist die Milch so dick? Und warum fühle ich mich so benommen?
Warum? Weil ich seit dem Morgen nur zwei kleine Gläser getrunken hatte. Und das bei drei Stillmahlzeiten und einem Spaziergang in der Sonne. Mein Körper war völlig ausgetrocknet. Ab da hab ich mir ein großes 1,5-Liter-Glas auf den Couchtisch gestellt. Und immer, wenn ich gespürt hab, dass der Durst kommt – was übrigens oft direkt beim Anlegen ist –, hab ich einen Schluck genommen. Und ja, ich hab mehrmals am Tag Pipi machen müssen. Aber besser das als eine eingetrocknete Milchmenge.
Unser Stilltee – ja, auch das hat sich bewährt
Okay, Tee ist bei uns im Haushalt fast so wichtig wie Atmen. Und als ich stillte, hat mir meine Nachbarin Tanja so einen Kräutertee mitgebracht – Milchbildungstee stand drauf. Habe ich erstmal skeptisch angeschaut. Hörte sich an wie esoterischer Quatsch. Aber ehrlich: Nach zwei Tagen mit dem Zeug hatte ich wirklich das Gefühl, dass die Milch besser fließt. War es psychologisch? Vielleicht. Aber ich hab’s genossen.
Der enthielt Fenchel, Anis, Kümmel – alles Kräuter, die man so kennt von Babys mit Bauchweh. Und tatsächlich: Nicht nur ich fühlte mich entspannter, auch Sophie schien besser zu verdauen. Ich hab dann selbst angefangen, den Tee zu mischen – aus der Apotheke, nichts Fertiges. Und immer mit heißem Wasser übergossen, manchmal mit einem Löffel Honig. (Honig nur für mich – Baby natürlich nicht!)
Wichtig: Nicht alle Tees sind okay. Manche Kräuter können die Milchmenge sogar reduzieren. Also immer prüfen, was drin ist. Kamille ist meistens fein, Pfefferminztee? Vorsicht – sagen viele. Kann die Milchbildung bremsen. Ich hab’s mal ausprobiert, weil ich Pfefferminz so liebe. Und tatsächlich: Am nächsten Tag war die Brust weniger voll. Zufall? Vielleicht. Aber ich hab’s danach gelassen.
Kaffee – ja, aber bitte mit Maß
Hier wird’s emotional. Ich bin ein Kaffee-Junkie. Früher zwei, drei Tassen am Tag. Und nach der Geburt? Dachte ich, das sei vorbei. Aber dann hat meine Hebamme gesagt: „Ein bis zwei Tassen am Tag sind okay. Aber trinken Sie sie lieber vor dem Stillen, nicht danach.“
Ich hab’s ausprobiert. Morgens um 8:00 eine Tasse Filterkaffee – danach gleich gestillt. Und Sophie? Total wach, quengelig, kaum Schlaf. Ups. Beim nächsten Mal hab ich gewartet, bis sie geschlafen hat, dann schnell meine Tasse getrunken. Aber dann hatte ich Angst, dass der Koffein beim nächsten Stillen reinkommt. Also hab ich recherchiert – und rausgefunden: Der Körper baut Koffein langsam ab. Bei Erwachsenen ca. 5–6 Stunden. Bei Neugeborenen aber bis zu 80 Stunden! Also wirklich lange.
Was hab ich gemacht? Ich hab mich auf eine Tasse pro Tag beschränkt – immer nach dem Mittagessen, wenn Sophie meistens lange schläft. Und maximal 200 mg Koffein, das ist so eine kleine Tasse Espresso oder halbe Filtertasse. Und ehrlich? Es hat funktioniert. Sophie war ruhig, ich war wach. Win-win.
Und was ist mit Cola, Alkohol oder Energy-Drinks?
Cola… ja, manchmal hatte ich Heißhunger. Aber Cola hat viel Zucker, viel Koffein – und Phosphorsäure, die soll angeblich Mineralstoffe binden. Ich hab’s mal probiert, nach drei Wochen. Eine Dose. Und Sophie war danach total unruhig. Hat kaum geschlafen. Hab ich nie wieder gemacht.
Alkohol? Also… mein Mann und ich haben an Silvester ein Glas Sekt getrunken. Nur eins. Und ich hab vorher gestillt, danach gewartet. Aber weißt du was? Ich hab mich trotzdem komisch gefühlt. Als Mutter. Also hab ich’s gelassen. Und ehrlich – wenn du mal ein Glas Wein willst, ist das okay. Aber bitte nicht direkt vor dem Stillen. Und nie betrunken stillen. Das Baby bekommt das mit. Das weiß man.
Energy-Drinks? Auf gar keinen Fall. Zu viel Koffein, zu viel Zucker, künstliche Zusatzstoffe. Das ist kein Thema für mich gewesen. Selbst wenn ich todmüde war – lieber ein Nickerchen, als so ein Zeug reinzukippen.
Obstsäfte – nur in Maßen, bitte
Ich liebe Orangensaft. Frühstück ohne? Undenkbar. Aber beim Stillen hab ich gemerkt: Wenn ich zu viel trinke, bekommt Sophie Blähungen. Also hab ich’s reduziert. Jetzt trinke ich maximal ein kleines Glas am Tag – am besten verdünnt. 1:1 mit Wasser. Damit der Zuckerschock nicht so groß ist.
Apfelsaft? Da war sie empfindlicher. Also lieber frische Apfelscheiben und Wasser daneben. Oder einfach Obst essen – das ist gesünder und macht satter.
Und was ist mit Milch oder Pflanzendrinks?
Ich dachte lange: Milch trinken, um Milch zu machen. Klingt logisch, oder? Aber es stimmt nicht wirklich. Die Milchproduktion hängt nicht davon ab, dass du Kuhmilch trinkst. Trotzdem: Ich mag Haferdrink. Und der hat oft Kalzium und Vitamin D – gut für mich, gut fürs Baby. Aber Achtung: Manche enthalten viel Zucker. Ich achte auf „ungezuckert“.
Kuhmilch selbst? Trinke ich selten. Weil Sophie bei viel Milchprodukt-Konsum bei mir Koliken bekam. Also habe ich aufgehört – und sie war ruhiger. Also: Beobachte dein Baby. Jedes ist anders.
Mein Fazit – trink, was dir guttut (und dem Baby auch)
Letztendlich geht’s um Balance. Du musst dich gut fühlen. Wenn du deinen Kaffee brauchst, um den Tag zu überstehen – dann nimm ihn, aber mit Bedacht. Wenn du lieber Tee magst – super. Hauptsache, du trinkst genug. Und hör auf deinen Körper. Der Durst ist ein guter Ratgeber.
Ich hab gelernt: Stilleszeit ist nicht die Zeit, um sich Stress zu machen. Auch nicht wegen jedem Schluck, den du trinkst. Aber ein bisschen Aufmerksamkeit? Die lohnt sich. Weil du spürst: Was du tust, wirkt sich aus. Auf dich. Auf dein Baby. Und auf euren Alltag.
Und du? Was trinkst du am liebsten beim Stillen? Ich würde echt gern wissen, wie andere das machen. Vielleicht schreibst du mal in die Kommentare – wenn es die hier gäbe. (Tut mir leid, ist ja kein Blog.)
Aber du weißt, was ich meine. Manchmal braucht man einfach jemanden, der sagt: „Hey, du machst das schon gut. Trink Wasser. Und wenn’s mal ein Glas Sekt ist – auch okay.“
Hauptsache, du passt auf dich auf. Denn du bist das Zentrum. Und das Baby spürt das. Ganz tief drin.
