Ein Fluss, kein Wort
Die Sava ist kein französisches Wort. Es ist ein Eigennamen, ein Toponym. Genauer gesagt: ein Fluss in Südosteuropa. Er entspringt in Slowenien, fließt dann durch Kroatien, bildet die Grenze zwischen Bosnien und Serbien – und mündet schließlich in Belgrad in die Donau. Also ganz schön unterwegs, die Sava.
Aber zurück zur Sprache: Im Französischen übersetzt man solche geografischen Namen normalerweise nicht. Du sagst auch nicht „le Fleuve Bleu“ für den Blue Nile, oder? Genauso wenig sagt man etwas anderes für „Sava“. Man sagt einfach… Sava. Mit französischer Aussprache natürlich: [sa.va], leicht nasaliert, wie so vieles im Französischen.
Aber hat es denn gar keine Bedeutung?
Das ist der Punkt, wo’s interessant wird. Denn wenn man in die Etymologie eintaucht – also wirklich tief – dann kommt man beim uralten illyrischen oder keltischen Wort Savus an. Und das könnte so viel bedeuten wie „die Blaue“ oder „die Kühle“. Klingt poetisch, oder? Im Slowenischen sagt man heute Sava, und es klingt tatsächlich, als würde es fließen – allein schon phonetisch.
Im Französischen gibt es aber kein entsprechendes Wort, das „Sava“ entspricht. Es ist kein Verb, kein Nomen, keine Redewendung. Kein Franzose würde beim Hören von „Sava“ an etwas Bestimmtes denken – außer vielleicht an Tennis, wegen Yannick Noah – SAVATAGE! Nein, war ein Witz… aber irgendwie passt’s.
Ich hab’s mal in Paris versucht
Letzten Sommer war ich in Montmartre, saß im Schatten vor einem kleinen Café, und hab mit einem alten Herrn gequatscht – Henri hieß er, trug einen Cordanzug und roch nach Tabak und Kaffee. Ich sagte: „Tu connais la rivière Sava?“ Er zog die Augenbrauen hoch: „La savate? Comme le coup de pied?“ Also verwechselte er „Sava“ mit savate – französisches Boxfach, das mit Tritten arbeitet. Musste ich erstmal lachen. Dann hab ich’s buchstabiert. „Ah, une rivière des Balkans!“, sagte er. „Non, ça ne veut rien dire en français. C’est un nom.“
Und genau das ist es: Ein Name, kein Begriff.
Und wenn man es trotzdem übersetzen wollte?
Na ja, dann müsste man kreativ werden. Vielleicht le fleuve Sava sagen. Oder, wenn man poetisch sein will: le cours d’eau qui relie les montagnes à la plaine. Aber das ist ja nicht wirklich „Übersetzung“, eher Beschreibung. Und außerdem – warum sollte man einen Fluss übersetzen? Der Nil heißt auch im Französischen Nil. Der Amazonas bleibt Amazonas. Die Sava bleibt Sava.
Manchmal denke ich, wir wollen alles benennen, alles erklären. Aber manche Dinge – wie Flüsse, wie Namen – sollten einfach sein, ohne Übersetzung. Sie existieren. Punkt.
Noch eine Sache: Sava als Marke?
Ach ja – und bevor ich’s vergesse: Es gibt auch eine Versicherung in Frankreich, die SAVA heißt. Société d'Assurance Verte et Active oder so ähnlich. Aber das ist eine Abkürzung. Hat nichts mit dem Fluss zu tun. Wenn du in Paris nach der Sava fragst, könnte man dich also auch zum nächsten Büro der Versicherung schicken. Passiert ist mir nicht, aber könnte passieren, hein?
Fazit: Keine Übersetzung, aber eine Geschichte
Also, um es klar zu sagen: „Sava“ heißt im Französischen nichts – außer „Sava“. Es wird nicht übersetzt, weil es kein alltägliches Wort ist. Es ist ein Name, ein Fluss, ein Teil der Landschaft Südosteuropas. Wenn du ihn im Französischen erwähnst, sagst du einfach la Sava. Und wenn jemand fragt, was das bedeutet – kannst du ihm die ganze Reise erzählen. Von Slowenien bis Belgrad. Von illyrischen Wurzeln bis zu verwirrten Pariser Rentnern.
Weil manchmal ist die beste Antwort nicht eine Übersetzung – sondern eine Geschichte.
Was meinst du? Hättest du gedacht, dass „Sava“ im Französischen was bedeuten könnte? Ich dachte es auch mal. Aber eigentlich – nein. Und weißt du was? Manchmal ist das okay.
