Eigentlich eine komische Frage – oder?
Der Name täuscht halt einfach
Ich meine, September – das kommt ja vom lateinischen „septem“, was „sieben“ heißt. Klingt logisch. Würde man denken: ach ja, also der siebte Monat. Aber nee. Der September ist der neunte. Und das ist jetzt nicht irgend so ein Tippfehler der Geschichte, das ist seit Jahrhunderten so. Und wenn du jetzt denkst: „Moment, war da mal was mit Kalenderumstellung?“, herzlich willkommen im Club. Genau da fängt’s nämlich an.
Eigentlich war der September früher echt der siebte. Ehrlich jetzt. Bei den alten Römern, so um 700 v. Chr., da fing das Jahr nämlich nicht im Januar an, sondern im März. Warum? Keine Ahnung, wahrscheinlich weil dann der Frühling losging, die Felder bestellt wurden, oder so. Also: März = Monat 1, April = 2, Mai = 3… und dann halt September als Nummer 7. Alles passt. Bis dahin.
Dann kam der Kalender-Wirrwarr
Später – irgendwann im 7. oder 6. Jahrhundert v. Chr., die Quellen sind da ehrlich gesagt ein bisschen schwammig – haben die Römer beschlossen: Hey, machen wir das Jahr doch mal früher an. Und zwar mit Januar. Warum Januar? Weil der nach dem Gott Janus benannt ist. Der mit den zwei Gesichtern – einer guckt zurück, einer nach vorne. Symbolisch, tiefgründig, irgendwie poetisch. Und seitdem fängt das Jahr im Januar an.
Aber – und jetzt kommt’s – die Monatsnamen haben sie NICHT umgeändert. Also blieb September der „Siebte“, obwohl er plötzlich der Neunte war. Und so ging’s den anderen auch: Oktober (achtes), November (neuntes), Dezember (zehntes) – alle total durcheinander. Also eigentlich ein riesiger logischer Schlamassel. Aber hey, die Römer hatten bestimmt andere Sorgen. Kriege, Brot und Spiele, so Zeug halt.
Warum hat das keiner korrigiert?
Das frag ich mich auch. Warum hat Kaiser Augustus nicht gesagt: „Leute, das ist doch Blödsinn. Oktober ist der elfte Monat, aber heißt Zehnter? Macht das Sinn? Nein. Also ändern wir’s.“ Hat er aber nicht. Und später auch niemand. Nicht unter den Römern, nicht im Mittelalter, nicht unter Papst Gregor, der 1582 den gregorianischen Kalender eingeführt hat – der, den wir heute benutzen.
Und weißt du was noch komischer ist? Selbst als man später neue Monate hinzugefügt hat – Januar und Februar am Anfang – hat das niemanden gestört, dass die Zahlen nicht mehr stimmten. Vielleicht, weil die Leute damals eh nicht alle lesen konnten, oder weil’s einfach Wurscht war. Tradition halt. Und wenn was lange genug falsch ist, wird’s irgendwann richtig.
Ein kleiner Ausflug in die Schule
Letztes Jahr war ich bei einer kleinen Schulveranstaltung in Potsdam – meine Nichte macht da Theater. Und danach saß ich mit ihrem Lehrer, Tom, bei einem Kaffee. Der hat Geschichte studiert. Irgendwann kam die Sprache auf Kalender, und ich hab die Frage gestellt: „Warum ist der 7. September nicht der siebte Monat?“ Er hat mich erst komisch angeguckt, dann gelacht und gesagt: „Du meinst warum September nicht sieben heißt?“ Und dann hat er mir die ganze Geschichte erzählt – fast wortwörtlich, wie ich sie hier schreibe. Und am Ende meinte er noch: „Eigentlich müsste man das in der Grundschule als Rätsel bringen. Kinder lieben sowas.“
Aber warum heißt es nicht einfach Neuntember?
Genau das hab ich Tom gefragt. Und er hat nur mit den Schultern gezuckt. „Weil Sprache lebt von Widersprüchen“, hat er gesagt. Und eigentlich hat er recht. Denk an „Eisbein ohne Eis, Himmel und Hölle ohne Hölle, Kriegsschiff ohne Krieg…“ Na ja, du verstehst. Die Sprache ist voller solcher Macken. Und irgendwie mag ich das sogar. Weil es menschlich ist. Unperfekt. Ehrlich.
Was wäre, wenn wir’s ändern würden?
Stell dir mal vor, wir würden jetzt sagen: Ab sofort heißt der September nicht mehr September, sondern Neuntember. Und Oktober wird zum Zehntember. Klingt erstmal doof, oder? Aber wäre es nicht logischer? Vielleicht. Aber dann müssten wir auch erklären, warum wir im Januar nicht Janumer sagen oder im Februar Februmer. Und wer will das schon?
Ehrlich gesagt – so komisch es klingt – ich glaube, wir brauchen diese kleinen historischen Irrtümer. Die erinnern uns dran, dass nichts einfach so ist, weil es sinnvoll ist, sondern weil es irgendwann mal von jemandem so entschieden wurde – und niemand danach die Lust hatte, es zu ändern.
Also, warum ist der 7. September kein Monat?
Weil es kein Monat namens „7.“ gibt. Monate heißen halt Namen, keine Zahlen. Wobei – eigentlich gibt’s Ausnahmen. In Finnland und manchen skandinavischen Ländern sagen die Leute manchmal einfach „der neunte“, „der zehnte“ statt September, Oktober. Klingt sachlich. Aber bei uns? Nein. Da heißt es September. Mit Geschichte. Mit Vergangenheit. Mit einem kleinen Fehler, der sich über 2000 Jahre gehalten hat.
Und eigentlich – ehrlich jetzt – wäre es ja auch langweilig, wenn alles immer sinnvoll wäre, oder? Wer will schon einen perfekten Kalender? Das wäre wie ein Kaffee ohne Milchflecken auf dem Tisch. Zu sauber. Zu ordentlich. Zu… falsch.
Du weißt, was ich meine?
