Keine einheitliche Regel – das ist das erste Mal
Das Wichtige gleich vorweg: Es gibt nicht die eine Regel, wann alle Polizisten in Deutschland in Rente gehen. Weil – Überraschung – jedes Bundesland seine eigenen Regeln hat. Deutschland eben. Was in Bayern gilt, ist in Schleswig-Holstein vielleicht ganz anders. Und das macht die Sache natürlich etwas komplizierter.
Ich hab mir das mal genauer angeschaut, weil Tim mir dann auch noch erzählt hat, dass er mit 60 gehen kann, aber nur, wenn er 40 Jahre Beiträge gezahlt hat. Oder war es 35? Also, ich glaub, er hat gesagt 35 Dienstjahre. Moment, ich schau mal nach… nein, bei ihm ist es anders, weil er vor 2009 eingestellt wurde. Äh, eigentlich egal. Wichtig ist: Es kommt drauf an.
Alter und Dienstzeit – beides spielt eine Rolle
Generell gilt: Die meisten Polizistinnen und Polizisten gehen früher in Rente als der Durchschnitt. Warum? Weil der Job körperlich anstrengend ist, psychisch belastend, und oft mit Schichtdienst, Überstunden und Gefahren verbunden. Das erkennt der Staat an – zumindest teilweise.
In den meisten Bundesländern liegt das reguläre Renteneintrittsalter bei 63 oder 65 – aber mit der Möglichkeit, früher rauszugehen, wenn genug Dienstjahre voll sind. Bei vielen ist es so: Wer 35 Jahre im Dienst war, kann mit 60 in den Ruhestand. Manche Länder wie NRW oder Baden-Württemberg machen das so.
Ich hab mal mit einer Kollegin von Tim gesprochen – Lisa heißt sie – und die meinte: „Ich hab mit 58 Schluss gemacht, weil ich 35 Jahre dabei war. War hart, aber ich war froh drum. Nach der Schießerei im letzten Jahr… da wusste ich: Ich will nicht mehr.“ Hat mich schon betroffen gemacht, ehrlich.
Aber es gibt auch Ausnahmen
Na klar, sonst wäre es ja zu einfach. In manchen Bundesländern, wie zum Beispiel in Berlin, ist das gesetzliche Rentenalter 65, aber mit der Möglichkeit zur befristeten Verlängerung bis 67. Und wer vor 2014 eingestellt wurde, hat bessere Konditionen. Wer danach kam, muss oft länger bleiben.
Und dann gibt’s noch die sogenannte „Dienstunfähigkeit“. Wenn ein Polizist oder eine Polizistin aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr dienstfähig ist – zum Beispiel nach einer Verletzung oder wegen psychischer Belastung – dann kann die Versetzung in den vorzeitigen Ruhestand auch schon mal mit 45 oder 50 passieren. Das ist dann keine Altersrente, sondern eine Dienstunfähigkeitsversorgung. Klingt kompliziert, ist es auch irgendwie.
Wie sieht das jetzt konkret aus?
Ich hab mal eine kleine Übersicht im Kopf, aber bitte nicht hundertprozentig nehmen – das kann sich morgen schon wieder ändern:
- Nordrhein-Westfalen: Mit 60 bei 35 Dienstjahren
- Baden-Württemberg: Ähnlich – 60 bei vollendeten 35 Jahren
- Bavaria: 63, aber unter bestimmten Voraussetzungen früher
- Hamburg: Bis 65, mit Option auf Verlängerung
- Sachsen: 63, aber mit 35 Jahren und 60 möglich
Und ja, ich weiß – das ist jetzt nicht vollständig. Aber du willst ja auch nicht den kompletten Dienstrechtspass durchlesen, oder? (Wenn doch – bitte, aber ich hab keine Zeit dafür.)
Was passiert mit der Rente?
Das ist auch so eine Sache. Die Pension ist meistens höher als die normale gesetzliche Rente. Weil Polizisten nicht in die klassische Rentenversicherung einzahlen, sondern in ein eigenes Versorgungssystem. Ihre Beiträge fließen in die Versorgungskasse. Und die Höhe richtet sich nach dem Dienstgrad, der Besoldungsgruppe und der Dauer des Dienstes.
Tim hat mir mal gesagt: „Ich krieg so um die 3.400 netto, wenn ich rausgeh’ – das ist okay, aber in Düsseldorf reicht’s gerade so für ne Wohnung und nen Bier am Abend.“ Also, er übertreibt natürlich. Aber du verstehst, was er meint.
Ist der Ruhestand immer freiwillig?
Nicht immer. Es gibt auch die sogenannte „Altersgrenze“. Das heißt: Spätestens mit 65 (oder 67 in manchen Ländern) muss Schluss sein. Auch wenn jemand fit wie ein Turnschuh ist. Ich kenn einen Beamten in Köln, der wollte noch weitermachen – aber die haben ihn trotzdem rausgeschmissen. „Mit 65 ist Feierabend“, hieß es. War hart für ihn, hat er mir gesagt. Hat sich immer als Hüter der Ordnung gesehen.
Und was denk ich dazu?
Ehrlich? Ich find’s eigentlich fair, dass Polizisten früher in Rente gehen können. Der Job ist kein Bürojob, wo du bis 67 hinterm Schreibtisch sitzt. Da bist du auf der Straße, im Stress, unter Druck. Und oft auch traumatisiert, ohne dass man’s sieht.
Aber – und das ist ein großes Aber – es sollte auch flexibler sein. Wenn jemand fit ist, motiviert, und weitermachen will… warum nicht? Ich mein, bei Ärzten oder Lehrern gibt’s doch auch Verlängerungen. Warum nicht bei Polizisten?
Und ja, ich weiß, das kostet Geld. Aber manchmal ist Erfahrung einfach unbezahlbar. Oder?
Fazit: Es kommt drauf an – wie immer
Also, um’s kurz zu machen: Wann gehen Polizisten in Deutschland in Rente? Meistens zwischen 60 und 65. Aber es hängt vom Bundesland ab, vom Einstellungszeitpunkt, von der Dienstzeit, und manchmal auch vom Gesundheitszustand.
Wenn du konkret planst – als Polizist oder als Angehöriger – lohnt sich ein Blick in die jeweiligen Dienstrechtlichen Vorschriften des Bundeslandes. Oder einfach mal mit der Personalabteilung quatschen. Die wissen meistens Bescheid. (Manchmal.)
Und du weißt, was mich am meisten beeindruckt hat? Nicht die Zahlen, sondern die Geschichten dahinter. Menschen, die ihr Leben lang für andere da waren – und dann plötzlich: Ruhestand. Das muss sich komisch anfühlen, oder?
Ich frag Tim mal, wenn er rausgeht. Vielleicht trinken wir dann endlich das Bier, das er mir schon seit Jahren verspricht.
