Die meisten nutzen wohl die Rechte – aber warum?
Statistisch gesehen, das hab ich irgendwo gelesen (und später auch mal recherchiert, ehrlich), halten etwa 85 bis 90 Prozent aller Menschen ihr Smartphone in der rechten Hand. Klingt viel, oder? Aber wenn man drüber nachdenkt, macht’s Sinn. Die meisten sind Rechtshänder. Schon in der Schule haben wir mit der rechten Hand geschrieben, mit der rechten Hand gegessen, die rechte Hand war einfach… die Hauptdarstellerin.
Und so überträgt sich das halt. Du greifst automatisch mit der rechten Hand zum Handy, wenn es klingelt. Du entsperrst es mit dem rechten Daumen. Du scrollst, klickst, tippselst – alles Rechtshänder-Standard.
Aber was ist mit den Linkshändern?
Ja, die 10 bis 15 Prozent Linkshänder – die armen Säcke, immer die Außenseiter. (Ich sag’s mit einem Lächeln, mein bester Kumpel Lukas ist Linkshänder.) Der hat immer Probleme mit Scheren, Kugelschreibern, und jetzt auch mit Smartphones. Warum? Weil die ganze Welt für Rechtshänder gebaut ist. Und das Smartphone-Interface? Genauso.
Ich hab Lukas mal gefragt: „Alter, wie hältst du dein Handy?“ Und er meinte: „Manchmal links, manchmal rechts. Wenn ich tippen muss, dann doch oft mit beiden. Oder ich drehe’s rum, damit der Daumen besser rankommt.“
Das fand ich irgendwie traurig und gleichzeitig clever. Traurig, weil er sich anpassen muss. Cooles Problem-Management, würde man heute sagen.
Was sagt die Wissenschaft?
Es gibt tatsächlich Studien dazu. Eine aus Kanada, glaub ich, von so ner Uni in Toronto, hat mal getestet, wie Leute ihr Handy halten – und warum. Ergebnis: Etwa 70 Prozent halten das Gerät in der linken Hand, aber bedienen es mit dem rechten Daumen. Also… Moment, das klingt komisch, ist aber logisch.
Das heißt: Die linke Hand hält, die rechte handelt. Fast wie beim Schwertkampf, nur ohne Schwert. Und mit mehr Likes.
Warum? Weil die meisten Funktionen – die Kamera, die Lautstärke, das Power-Button – auf der rechten Seite sind. Und weil der rechte Daumen einfach präziser ist. Bei Rechtshändern zumindest.
Aber ist das noch aktuell?
Früher, als Handys kleiner waren, hat man sie meistens mit einer Hand gehabt. Heute? Die Dinger sind riesig. Mein iPhone sieht aus wie ein Mini-Tablet. Da brauchst du oft zwei Hände, egal ob du Linkshänder bist oder nicht.
Ich hab letztens versucht, eine Nachricht mit nur einer Hand zu tippen – auf dem Heimweg, Regen, keine Lust, die Tasche aufzumachen. Ging nicht. Hab drei Tippfehler in fünf Wörtern gemacht. „Hallo Schatz, ich liebe Dich“ wurde zu „Hallo Schaaf, ich liebe Dch“ – und nein, meine Freundin hat’s nicht lustig gefunden.
Und was ist mit Gewohnheit?
Das ist ja das Spannende: Es ist nicht nur Händigkeit, sondern auch Gewohnheit. Ich hatte mal eine Phase – weiß nicht warum –, in der ich das Handy plötzlich links hielt. Vielleicht, weil ich gerade mit der rechten Hand was anderes machte. Aber nach ein paar Tagen war ich wieder zurück bei rechts. Ging einfach flüssiger.
Und du? Hast du eine feste Hand? Oder wechselst du je nach Situation? Im Stehen anders als im Sitzen? Beim Laufen? Beim Pinkeln? (Okay, letzteres hoffe ich mal nicht.)
Ein kleiner Selbsttest
Probiere es mal aus: Leg dein Handy jetzt mal auf den Tisch. Dann schließ die Augen. Greif drauf, wie es kommt. Welche Hand war’s? Ich hab’s grad gemacht. Rechte. Keine Überraschung.
Aber interessant war: Meine linke Hand hat sich schon halb bewegt, als ob sie mitmachen wollte. Fast wie ein Reflex. Vielleicht sehnt sie sich nach Aufmerksamkeit.
Die Zukunft der Handynutzung
Früher hat man mit einer Hand telefoniert. Heute scrollt man, tippt, zoomt, swipe-t – eigentlich braucht man dafür mehr als zwei Hände. Und irgendwann? Vielleicht steuern wir alles mit Blicken oder Gedanken. Dann ist die Frage, mit welcher Hand man das Handy hält, so outdated wie die Diskette.
Aber bis dahin: Die meisten halten es rechts. Weil sie rechts sind. Weil es praktisch ist. Weil es einfach so ist.
Ob’s falsch ist? Keine Ahnung. Falsch ist, wenn man beim Essen mit dem Handy rumspielt. Oder wenn man beim Date aufs Display starrt. Aber mit welcher Hand? Egal. Hauptsache, man hält’s nicht die ganze Zeit.
By the way – hast du schonmal dein Handy in der linken Hand gehabt, nur um mal was Neues zu probieren? Ich hab’s letzte Woche gemacht. Fühlte sich an wie Schuhe an den falschen Füßen. Aber nach 20 Minuten? Ging. Fast wie ein kleiner Neuanfang.
Vielleicht ist das die Moral von der Geschichte: Es ist okay, mal die Hand zu wechseln. Im Leben. Beim Handy. Beim Kaffee. Beim Leben halt.
