Die offizielle Linie: Technisch gesehen, nein
Wenn du die katarischen Gesetze durchforstest – und ja, ich hab’s gemacht, aus Langeweile im Hotel – dann steht dort klar: Elektronische Zigaretten und nikotinhaltige Inhalationsgeräte sind nicht erlaubt. Das schließt auch IQOS ein, also die Tabakerhitzer von Philip Morris. Also theoretisch: kein IQOS, kein Vaping, nichts.
Aber – und das ist ein großes Aber – die Realität sieht oft anders aus. Wie so oft im Leben, oder? Man liest etwas in den Gesetzen, kommt vor Ort an, und plötzlich sieht alles ein bisschen… flexibler aus.
Meine erste Reise: Doha, 2022, WM-Stimmung
Ich war im Dezember 2022 in Katar, wegen der Fußball-WM. Du weißt schon – überall Fans, riesige Stimmung, Lichter, Lärm. Und ich, mit meinem kleinen IQOS in der Tasche, halb versteckt wie ein Schmuggler. Am Flughafen Hamad habe ich ihn natürlich nicht benutzt. Aber ich hab ihn einfach mitgenommen. Keine Fragen, kein Zoll, nichts. Fast schon zu einfach.
Erst später, im Hotel – einem dieser riesigen, glitzernden Türme in der Nähe von West Bay – hab ich mich getraut, mal draußen auf dem Balkon zu „heizen“. Niemand hat was gesagt. Kein Nachbar, kein Sicherheitsmann. Einmal guckte ein Typ komisch, aber dann zog er nur weiter seine Shisha. Irgendwie fühlte es sich an wie: „Solange du diskret bist, ist alles okay.“
Aber ist es legal? Und was ist mit dem Zoll?
Das ist der Punkt, wo ich immer wieder stolpere. Weil ja, es ist technisch verboten. Aber niemand kontrolliert es wirklich streng. Ich hab mit einem Typen aus der Rezeption gesprochen – Ahmed, glaub ich hieß er – und der meinte nur: „Wenn du es nicht in der Öffentlichkeit machst, ist es kein Problem. Aber sag nicht, ich hätte das gesagt.“
Interessant, oder? Also quasi ein unausgesprochenes Einverständnis, solange man sich benehmt. Wie bei vielen Dingen in Katar: Es geht nicht nur um das Gesetz, sondern um Respekt, um Anstand, um nicht aufzufallen.
Was sagt der Zoll? Und was passiert, wenn sie es finden?
Okay, hier wird’s tricky. Offiziell darfst du keine elektronischen Zigaretten einführen. Weder die Geräte noch die Tabs. Wenn der Zoll sie findet, könnten sie konfisziert werden. Oder schlimmer. Aber – und das ist wichtig – ich kenne niemanden, dem das passiert ist. Auch nicht im Reiseforum, das ich checke, seit ich das erste Mal nach Doha geflogen bin.
Ich hab’s einfach riskiert. Beim letzten Mal hatte ich sogar zwei Packungen HEETS dabei, in der Handtasche. Keine Fragen. Keine Kontrolle. Nicht mal ein Blick.
Die Ausnahme: Öffentliche Orte und Flughäfen
Das ist der Bereich, wo man echt aufpassen muss. In der Öffentlichkeit, besonders in Einkaufszentren, Hotels oder am Flughafen, ist das Benutzen von IQOS ein No-Go. Ich hab mal gesehen, wie ein Europäer am Gate versucht hat, schnell zu ziehen – und wurde sofort von einem Sicherheitsmann angeholt. Nicht verhaftet, aber deutlich weggeschickt.
Also: drinnen – nie. Draußen – vielleicht. Aber immer mit dem Gefühl, dass du lieber unsichtbar bleibst.
Und was ist mit den HEETS? Darfst du die überhaupt kaufen?
Gute Frage. Ich hab’s versucht – wirklich. In mehreren Duty-Free-Shops am Flughafen, in kleinen Supermärkten in der City, sogar in einem Tabakladen in der Souq Waqif. Fehlanzeige. Keine HEETS zu kaufen. Nicht eine einzige Packung. Ich hab dann irgendwann angefangen, sie mitzunehmen. Mittlerweile packe ich immer mindestens 10 Packungen ein. Weil, was, wenn ich sie brauche?
Ein Kolumbianer, den ich im Café kennengelernt hab, meinte: „Ich bring immer genug mit. Hier gibt’s nichts, und zurückzukommen, nur wegen ein paar Tabs – nein danke.“
Fazit: Ja, aber mit Bedingungen
Also, ist IQOS in Katar erlaubt? Offiziell: Nein. In der Praxis: Ja, wenn du diskret bist.
Ich würde sagen: Bring deinen IQOS mit, aber benutz ihn nicht in der Öffentlichkeit. Kein Tabakrauchen auf dem Balkon, wenn die Familie nebenan grillt. Kein Ziehen im Taxi. Und auf keinen Fall am Flughafen. Und nimm HEETS mit – viele. Weil kaufen wirst du sie dort kaum.
Und weißt du was? Vielleicht ist das auch ganz gut so. Ich hab auf meiner letzten Reise weniger geraucht. Weil es umständlich war. Und irgendwie, fast schon absurd, hat das geholfen. Nicht, dass ich aufhören will – aber es war eine kleine Auszeit.
Also – ja. Du kannst IQOS nach Katar mitnehmen. Aber sei klug. Sei ruhig. Und hab Respekt. Das ist oft mehr wert als jedes Gesetz.
