Warum ist das so eine Herausforderung?
Also, ich meine, 10 Seiten – das sind ungefähr 2500 Worte, oder? Das klingt nach viel, wenn man bedenkt, wie schnell der Tag vergeht. Manchmal denke ich, es geht gar nicht um die Quantität, sondern um die Qualität. Weil, wenn du einfach nur drauflos schreibst, ohne nachzudenken, dann kommt am Ende Mist heraus. Und dann musst du es sowieso noch mal überarbeiten. Aber hey, es gibt Leute, die das schaffen – Schriftsteller, die sagen, sie schreiben jeden Tag 2000 Worte oder mehr. Ich bin da skeptisch, um ehrlich zu sein. Ist das realistisch für normale Menschen wie uns?
Ich erinnere mich an einen Bekannten von mir, Lars, der ist freier Journalist und schwört drauf, dass er manchmal bis zu 15 Seiten an einem Tag raushaut. Das war bei so einem Reportage-Auftrag über die Umweltkrise in Hamburg. Er hat gesagt, er hat sich einfach hingesetzt, die Musik aufgedreht und nicht mehr aufgehört. Aber Lars ist ein Workaholic, weißt du? Für ihn ist Schreiben wie Atmen. Bei mir ist das anders – ich brauche Pausen, Kaffee, und ab und zu einen Spaziergang. Sonst fühle ich mich wie ausgelaugt.
Was braucht man dafür?
Um ehrlich zu sein, es hängt wahrscheinlich von der Vorbereitung ab. Wenn du vorher schon recherchiert hast und einen klaren Plan im Kopf hast, dann geht's leichter. Ich habe es mal versucht, ohne Plan, und das war ein Desaster. Da saß ich da, starrte auf den Bildschirm, und nichts kam raus. Aber wenn man in den Flow kommt – du weißt, was ich meine? Dieses Gefühl, wo die Worte einfach fließen. Dann kann tatsächlich viel passieren an einem Tag.
Doch, Moment mal, ich muss das relativieren. Nicht jeder Tag ist gleich. Manchmal bist du müde, oder es gibt Ablenkungen. Wie gestern, als meine Katze ständig auf der Tastatur herumgetrampelt ist. Das hat mich total aus dem Konzept gebracht. Also, ja, möglich ist es, aber nicht immer. Und außerdem, was zählt das überhaupt? Die Seiten oder das, was drinsteht? Ich meine, besser eine gute Seite als zehn schlechte.
Meine Erfahrungen damit
Lass mich mal von einem anderen Erlebnis erzählen. Das war während eines Schreibworkshops in Köln, vorletztes Jahr. Wir hatten diese Challenge, wer am meisten schreibt in 24 Stunden. Ich habe es tatsächlich geschafft, knapp 8 Seiten, aber das war pure Hölle. Beine eingeschlafen, Augen brannten, und ich habe am Ende nur noch Unsinn geschrieben. Aber es hat Spaß gemacht, auf eine masochistische Weise. Und weißt du was? Am nächsten Tag war ich stolz drauf, auch wenn ich mich gefühlt habe wie nach einem Marathon.
Trotzdem, ich glaube, für die meisten von uns ist 10 Seiten pro Tag utopisch. Es sei denn, man ist ein Profi oder hat einen engen Abgabetermin. Persönlich ziehe ich es vor, langsamer zu arbeiten – drei oder vier Seiten am Tag, dafür gut. Aber hey, wenn jemand es schafft, Hut ab. Vielleicht ist es ja machbar, mit der richtigen Einstellung und etwas Disziplin. Was denkst du dazu? Hast du es schon mal versucht?
