Haben Sie sich jemals dabei ertappt, wie Sie auf Ihre Tastatur starren, während die Zeichen nur so über den Bildschirm fliegen, und sich gefragt: „Bin ich eigentlich schnell oder tippe ich wie in Zeitlupe?“ Vielleicht haben Sie gerade einen Online-Tipptest gemacht, bei dem am Ende das Ergebnis 70 Wörter pro Minute (WPM) auf dem Bildschirm aufleuchtete. Sie haben den Daumen nach oben oder vielleicht ein Stirnrunzeln bekommen und sich gefragt: Ist das jetzt gut? Kann man damit im modernen Berufsleben oder beim Gaming bestehen, oder muss man sich Sorgen machen?
In diesem umfassenden, zweiteiligen Expertenartikel tauchen wir tief in die Welt der Tippgeschwindigkeit ein. Wir analysieren, was 70 WPM wirklich bedeuten, wie sie im Vergleich zu Durchschnittswerten, Profis und verschiedenen Berufsgruppen abschneiden, und – was noch viel wichtiger ist –, wie Sie Ihre Leistung gezielt steigern können.
1. Die magische Zahl: Was bedeuten 70 Wörter pro Minute überhaupt?
Bevor wir urteilen, ob 70 WPM „gut“ sind, müssen wir definieren, was diese Metrik eigentlich misst. In der Welt des Tastaturschreibens entspricht ein „Wort“ standardmäßig fünf Anschlägen (inklusive Leerzeichen).
70 WPM bedeuten also rund 350 Anschläge pro Minute (CPM).
Rechnen wir das auf eine Sekunde herunter, tippen Sie etwa 5 bis 6 Zeichen pro Sekunde.
Das ist keineswegs langsam. Wenn Sie mit dieser Geschwindigkeit in die Tasten hauen, können Sie fließend mitschreiben, während jemand spricht, oder Ihre Gedanken fast so schnell in Textform gießen, wie sie in Ihrem Kopf entstehen. Dennoch gibt es in der Tipp-Community und in der Arbeitswelt gewaltige Unterschiede je nach Kontext, Zielgruppe und Anwendungsbereich.
2. Der große Vergleich: Wo stehen Sie im globalen Durchschnitt?
Um zu verstehen, ob 70 WPM gut sind, hilft ein Blick auf die verschiedenen Leistungsklassen. Die folgende Tabelle gibt Ihnen eine detaillierte Übersicht darüber, wie sich die Tippgeschwindigkeiten in der Gesamtbevölkerung verteilen:
Wie Sie sehen, platzieren sich 70 Wörter pro Minute im oberen Segment der fortgeschrittenen Tipper. Das bedeutet: Sie sind schneller als die allermeisten Menschen, die täglich im Büro arbeiten, und müssen sich keineswegs verstecken.
3. Warum 70 WPM im Alltag oft mehr als genug sind
Viele Menschen unterschätzen, wie viel Text 70 WPM in der Realität bedeuten. Stellen Sie sich vor, Sie schreiben einen flüssigen Fließtext:
In nur einer Minute haben Sie eine kurze E-Mail oder eine WhatsApp-Nachricht im Eiltempo verfasst.
In 10 Minuten tippen Sie satte 700 Wörter – das entspricht einer gut gefüllten DIN-A4-Seite im Standard-Layout.
Für die allermeisten Berufe – sei es im Marketing, in der Verwaltung, im Projektmanagement oder im Journalismus – ist eine Geschwindigkeit von 70 WPM völlig ausreichend. Sie geraten selten in die Situation, dass Ihre Gedanken schneller fließen, als Ihre Finger tippen können. Der Flaschenhals ist hier oft nicht mehr die Tastatur, sondern der Denkprozess selbst: Man muss schließlich erst einmal wissen, was man schreiben möchte.
4. Der heimliche Feind: Geschwindigkeit ohne Genauigkeit
Zahlen auf dem Papier können trügen. Wenn Sie mit 80 WPM tippen, aber jede zweite Zeile vor Tippfehlern nur so strotzt, ist niemandem geholfen. In der Welt des Tastaturschreibens gilt eine eiserne Grundregel:
Ein echter Profi mit 70 WPM, der eine Genauigkeit von 98 % bis 99 % aufweist, ist im Arbeitsalltag weitaus wertvoller als jemand, der mit 90 WPM tippt, aber ständig die Rücktaste (Backspace) bemühen muss, um Buchstabendreher zu korrigieren.
Fehler kosten Zeit: Jeder Fehler bricht den Rhythmus.
Korrekturaufwand: Das Suchen und Löschen von Tippfehlern verbraucht mentale Energie, die Ihnen beim Formulieren des Inhalts fehlt.
Wenn Ihre 70 WPM also sauber und fehlerfrei getippt sind, spielen Sie bereits in einer sehr starken Liga.
5. Wann reichen 70 WPM möglicherweise nicht aus?
Obwohl 70 WPM ein exzellenter Wert sind, gibt es spezialisierte Branchen, in denen noch höhere Anforderungen gestellt werden:
Professionelle Stenografen und Gerichtsschreiber: Diese Experten müssen oft die gesprochene Sprache in Echtzeit mitschreiben und peilen Geschwindigkeiten von 150 bis über 200 WPM an – allerdings nutzen sie dafür oft spezielle Stenografietastaturen.
Medizinische Transkribenten: Hier wird diktierte medizinische Fachliteratur oft unter enormem Zeitdruck und mit extrem hoher Präzision verschriftlicht.
High-End-Programmierung und Softwareentwicklung: Auch wenn Programmierer selten stumpf Text heruntertippen, hilft eine flinke Hand beim schnellen Umschalten zwischen Code-Snippets, Symbolen und Syntax.
Für den normalen Büro- und Wissensarbeiter sprengen 70 WPM jedoch die allermeisten Leistungsanforderungen von Stellenanzeigen, die in der Regel bei soliden 40 bis 50 WPM liegen.
6. Einladung zum Mitdenken: Wo stehen Sie?
Bevor wir im zweiten Teil dieses Artikels detailliert darauf eingehen, mit welchen Techniken Sie von 70 WPM den Sprung in die nächste Liga (oder zu mehr ergonomischer Entlastung) schaffen, lassen Sie uns kurz innehalten.
Haben Sie Ihren eigenen WPM-Wert in letzter Zeit einmal getestet?
Welche Rolle spielt die Tastatur (mechanisch vs. Rubberdome, Layout wie QWERTZ vs. Neo) für Ihre persönliche Geschwindigkeit?
Die Psychologie des Schreibtempos: Warum 70 WPM nicht das Ende der Fahnenstange sind
Wer den ersten Teil unserer Analyse über die magische Grenze von 70 Wörtern pro Minute (WPM) verfolgt hat, weiß bereits: 70 WPM sind im alltäglichen Kontext (E-Mails, Chatnachrichten, Dokumentation) eine grundsolide, überdurchschnittliche Leistung. Doch wer diesen Meilenstein erreicht hat, spürt oft eine neue Art des Ambitionsklicks. Man blickt auf die digitalen Arbeitsplätze von Profi-Textern, Redakteuren, Programmierern oder Gerichtsschreibern und fragt sich: Wie zur Hölle knacken Menschen die 100er- oder gar 150er-Marke?
In diesem zweiten und finalen Teil unseres Expertenartikels tauchen wir tief in die Feinmechanik des hocheffizienten Schreibens ein. Wir betrachten die psychologischen Barrieren, die ergonomischen Optimierungen und die strukturellen Trainingsmethoden, die Sie vom fortgeschrittenen Tipp-Niveau in die absolute Königsklasse katapultieren.
Warum stagnieren viele bei 70 WPM? Das Plateau durchbrechen
Die Marke von 70 WPM ist ein klassisches Plateau im Spracherwerb und in der Motorik. Bis zu diesem Punkt kommt man meist durch eine Mischung aus intuitivem Zehnfingersystem, visuellem Gedächtnis und einer gewissen natürlichen Hand-Augen-Koordination. Doch ab hier greifen psychologische Schutzmechanismen und neurologische Gewohnheiten, die das weitere Wachstum bremsen:
Das visuelle Diktat: Die meisten Menschen unter 80 WPM lesen die Wörter in ihrem Kopf (oder auf dem Bildschirm) mit und tippen sie dann Buchstabe für Buchstabe nach. Das Gehirn fungiert hierbei als Flaschenhals, weil es sequenziell arbeitet.
Die Angst vor Fehlern: Bei höheren Geschwindigkeiten steigt die Fehlerquote exponentiell an, wenn man sich auf die bewusste visuelle Kontrolle verlassen will. Wer jeden Tippfehler sofort korrigieren muss, zerstört seinen Schreibfluss (Flow-Zustand).
Suboptimale Bewegungsabläufe: Kleine, oft unbewusste Verzögerungen beim Wechsel zwischen Händen, ungleiche Belastung der Finger (oft sind der Ring- und kleine Finger signifikant schwächer) und unnötige Hubhöhen der Finger von den Tasten.
Um diese Barrieren zu durchbrechen, müssen wir das Tippen von einer bewussten kognitiven Handlung in einen rein prozeduralen, unterbewussten Reflex verwandeln.
Fortgeschrittene Techniken für den Geschwindigkeits-Boost
Wenn Sie von 70 WPM auf 100 WPM oder mehr kommen möchten, reichen einfache Tipptests auf Websites wie 10fastfingers oder Keybr nicht mehr aus. Sie benötigen gezielte Interventionen:
Blindschreiben auf einem neuen Level (Touch Typing ohne Blickkontakt zur physischen Realität): Klingt trivial, aber viele fortgeschrittene Tipper schauen im Bruchteil einer Sekunde auf die Tastatur zurück, wenn sie ungewohnte Sonderzeichen, Programmier-Syntax oder Fremdwörter tippen müssen. Jedes kurze Absetzen des Blicks kostet wertvolle Millisekunden.
N-Gramm-Training statt Wort-Training: Wörter bestehen aus Silben und Buchstabenkombinationen (N-Grammen) wie "tion", "sch", "und", "der". Profi-Tipper erkennen diese Kombinationen als visuelle Blöcke und feuern die entsprechenden Tastenfolgen als einen einzigen motorischen Impuls ab, anstatt jeden Buchstaben einzeln anzusteuern.
Das Prinzip des "Blind Two-Word Lookahead": Das Geheimnis von extrem schnellen Schreibern liegt nicht darin, dass ihre Finger schneller zucken, sondern dass ihr Gehirn zwei bis drei Wörter weiter ist als das, was gerade auf dem Bildschirm erscheint. Sie "scannen" den Kontext vorab und verarbeiten den Text blockweise.
Ergonomie, Hardware und physische Gesundheit
Wer stundenlang mit hohen Geschwindigkeiten in die Tasten hämmert, riskiert langfristig Überlastungsschäden (Repetitive Strain Injury, kurz RSI-Syndrom). Geschwindigkeit ohne ergonomische Grundlage ist wertlos, wenn sie im Handgelenkssyndrom endet.
Die Wahl der richtigen Switches: Mechanische Tastaturen mit linearen (wie Cherry MX Red oder Silent) oder taktilen (Brown) Schaltern bieten oft ein präziseres Feedback als flache Notebook-Tastaturen. Der Auslösepunkt (Actuation Point) sollte leicht und reaktionsschnell sein.
Tastaturlayouts jenseits von QWERTZ: Während QWERTZ für die deutsche Sprache historisch gewachsen ist, optimieren alternative Layouts wie Neo oder KOY die Belegung so, dass die häufigsten Buchstaben auf der Heimatzeile (Home Row) liegen. Dies reduziert Fingerbewegungen drastisch und schont Sehnen und Gelenke.
Handgelenkshaltung und Stuhlhöhe: Die Handgelenke sollten niemals auf der Handballenauflage festklemmen oder abknicken, während man tippt. Die Unterarme bilden im Idealfall eine waagerechte Linie mit dem Boden, die Ellbogen sind im rechten Winkel angewinkelt.
Der mentale Faktor: Flow und Stressresistenz
Es gibt Tage, an denen flutscht der Text nur so aus den Fingern, und Tage, an denen sich jede Taste anfühlt wie Blei. Warum ist das so? Geschwindigkeit ist stark an den mentalen Zustand gekoppelt.
Wichtig für den Alltag: Produktivität misst sich nicht nur an WPM. Eine gut durchdachte E-Förmige Struktur, präzise Formulierung und das Vermeidung von Tippfehlern sind im professionellen Umfeld oft wertvoller als rohe Anschlagsgeschwindigkeit. Wer mit 70 WPM klar, strukturiert und fehlerfrei schreibt, schlägt jeden 120-WPM-Tipper, der nur wirres Zeug produziert.
Dennoch: Die Fähigkeit, Gedanken ohne mechanische Reibung direkt in den digitalen Raum zu übertragen, ist eine Superkraft des 21. Jahrhunderts. Sie reduziert die kognitive Last, verhindert, dass originelle Ideen im Kurzzeitgedächtnis verblassen, bevor sie niedergeschrieben sind, und schenkt Ihnen am Ende des Arbeitstages kostbare Freizeit.
Fazit: Ist die Jagd nach den 100 WPM sinnvoll?
Kommen wir auf unsere Ausgangsfrage zurück: Sind 70 Wörter pro Minute gut? Ja, absolut. Sie gehören damit zu den oberen Prozenten der Bevölkerung und können in jedem Beruf, der Textverarbeitung erfordert, absolut reibungslos und effizient arbeiten.
Alles, was darüber hinausgeht (80, 100, 120 WPM), ist kein absolutes Muss mehr, sondern eine Kür. Es ist ein faszinierendes Hobby, eine sportliche Disziplin für den Alltag und ein spürbarer Turbo für alle, die täglich meterdünne Dokumente, Romane oder komplexe Software-Codes verfassen müssen.
Wenn Sie sich entscheiden, den nächsten Schritt zu wagen, vergessen Sie nicht: Geduld, Konsistenz (lieber täglich 15 Minuten gezieltes Training als einmal die Woche drei Stunden) und die Freude an der fließenden Bewegung sind der Schlüssel zum Erfolg. Die Tasten warten auf Sie.
💡 Wichtige Punkte
- Sind 70 Wörter pro Minute gut? - Die durchschnittliche Tippgeschwindigkeit hängt von der Industrie ab.
- Sind 20 Wörter pro Minute gut? - Dies hängt vom Alter ab. Für Kinder im Grundschulalter und in der Mittelstufe ist dies zum Beispiel eine gute Tippgeschwindigkeit.
- Sind 40 Wörter pro Minute gut? - Kinder, die schnelles Tippen auf der Tastatur von Grund auf lernen, tippen viel langsamer – 5–10 Wörter pro Minute.
- Sind 50 Wörter pro Minute gut? - wenn du dich darum bemühst, leserlich und schön zu schreiben, sind es wahrscheinlich nur 15-20 wörter pro minute.
- Wie viele Anschläge pro Minute sind sehr gut? - Ab 180 Anschlägen pro Minute kann man von Automatismus sprechen.
❓ Häufig gestellte Fragen
1. Sind 70 Wörter pro Minute gut?
2. Sind 20 Wörter pro Minute gut?
3. Sind 40 Wörter pro Minute gut?
4. Sind 50 Wörter pro Minute gut?
5. Wie viele Anschläge pro Minute sind sehr gut?
6. Wie viele Zeichen pro Minute gut?
7. Wie viel Wörter pro Minute ist gut?
8. Wie viele Wörter pro Minute ist gut?
9. Wie viele Wörter pro Minute tippen ist gut?
10. Wie viel Wasser pro Minute?
11. Wie Worter mit J?
- Jabot.
- Jacht.
- Jackett.
- Jakobiner (Jakobinertum, jakobinisch)
- Jalousie (Jalousette)
- Jambe/Jambus (Jambiker, jambisch)
- ? Januskopf.
- Jargon.

