Der Traum vom Lehrerberuf beginnt für viele Abiturienten bereits kurz vor dem Erreichen des Zeugnisses mit einer ganz zentralen und oft angstbesetzten Frage: „Reicht mein Notendurchschnitt überhaupt aus, um Lehramt zu studieren?“ Die Sorge vor dem Numerus Clausus (NC) ist weit verbreitet, doch die Realität des deutschen Hochschulsystems ist weitaus differenzierter, als es pauschale Panikmache vermuten lässt.
Entgegen der landläufigen Meinung gibt es den einen Einheits-NC für das Lehramtsstudium überhaupt nicht.
1. Der Mythos vom einheitlichen NC im Lehramt
Wer sich anschickt, Lehrer zu werden, muss verstehen, dass ein Lehramtsstudiengang kein monolitischer Studiengang wie etwa Humanmedizin oder Jura ist.
Das bedeutet für die Zulassung: Der NC berechnet sich primär über die gewählten Fächer und die angestrebte Schulform, nicht über das Etikett „Lehramt“ als solches.
Ist eines der gewählten Fächer zulassungsbeschränkt, greift für den gesamten Studiengang beziehungsweise diese Fächerkombination der NC.
Sind beide Fächer zulassungsfrei, kann der Studiengang ohne jegliche NC-Hürde direkt begonnen werden (vorausgesetzt, es gibt keine speziellen Eignungsprüfungen).
Die gute Nachricht vorweg: Ein beträchtlicher Teil aller Lehramtsfächer in Deutschland ist komplett zulassungsfrei. Universitäten möchten und müssen auf den akuten Lehrkräftemangel reagieren, der insbesondere in naturwissenschaftlichen Disziplinen und bestimmten Schulformen seit Jahren drastisch spürbar ist.
2. Der entscheidende Faktor: Die Wahl der Schulform
Nicht jede Schulform zieht denselben Bewerberansturm nach sich. Das spürt man unmittelbar an den Auswahlgrenzen der Hochschulen.
A. Lehramt an Grundschulen
Das Grundschullehramt erfreut sich seit Jahren enormer Beliebtheit.
Die Folge: Das Grundschullehramt ist bundesweit überproportional oft mit einem strengen NC belegt.
Durchschnittswerte: An begehrten Universitäten in Ballungsräumen (etwa in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg oder Bayern) bewegen sich die NC-Werte für Grundschullehramt häufig im Bereich von 1,8 bis 2,5. In ländlicheren Regionen oder kleineren Universitätsstädten stehen die Chancen hingegen besser, teils gibt es hier sogar zulassungsfreie Modelle oder flexiblere Quoten.
B. Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen (Sekundarstufe II / I)
Hier splittet sich das Bild massiv nach Fächern auf. Wer Fächer mit hohem Andrang wie Deutsch, Englisch oder Geschichte studieren möchte, muss sich auf spürbare Zulassungsbeschränkungen einstellen.
Geisteswissenschaften: Für Deutsch oder Englisch im Gymnasiallehramt liegen die Notendurchschnitte an renommierten Universitäten oft zwischen 1,8 und 2,4.
MINT-Fächer (Mathematik, Physik, Chemie, Informatik): Hier herrscht im Regelfall absolute Zulassungsfreiheit. Wer Mathematik oder Physik für das Gymnasium studieren möchte, benötigt in den allermeisten Bundesländern keinen bestimmten Notenschnitt – das Abiturzeugnis muss lediglich die Hochschulreife bescheinigen. Universitäten nehmen hier nahezu jeden Bewerber auf, da die Abbrecherquoten in den ersten Semestern traditionell hoch sind und händeringend Nachwuchs gesucht wird.
C. Sonderpädagogik / Inklusive Pädagogik
Sonderpädagogik boomt, da der Bedarf an Förderschullehrkräften ins Astronomische gestiegen ist. Dennoch ist dieser Studiengang an vielen Standorten stark nachgefragt, was mancherorts zu NC-Werten zwischen 2,0 und 2,7 führt – wenngleich es auch hier zahlreiche Ausnahmen und universitäre Sonderwege gibt, die den Zugang erleichtern.
3. Regionale Unterschiede: Stadt vs. Land und Bundesland-Föderalismus
Ein und dieselbe Fächerkombination kann in München einen NC von 1,7 erfordern, während sie an einer kleineren Universität in Ostdeutschland oder Niedersachsen komplett zulassungsfrei ist.
Metropolen und Prestige-Unis: Standorte wie Köln, München, Hamburg oder Frankfurt am Main verzeichnen jedes Jahr Rekordbewerberzahlen. Entsprechend hoch schrauben sich dort die NC-Werte, selbst in Fächern, die anderswo frei sind.
Ländliche und ostdeutsche Universitäten:
Universitäten in kleineren Städten kämpfen oft mit sinkenden Studierendenzahlen in den geisteswissenschaftlichen Bereichen und lockern daher die Zulassungsbeschränkungen gezielt, um junge Menschen in die Region zu holen.
Blick auf den weiteren Verlauf
Die Hürde des Numerus Clausus ist im Lehramt also keineswegs unüberwindbar. Wer versteht, wie sich das Zusammenspiel aus Schulform, Studienort und Fächerwahl auf den eigenen Notendurchschnitt auswirkt, kann taktisch klug agieren.
Im anstehenden zweiten Teil dieses Fachartikels erfahren Sie, welche konkreten Strategien und Alternativen (wie Wartesemester, Härtefallanträge, Fachwechsel oder das Studieren über sogenannte „Mangelfach-Kombinationen“) greifen, falls Ihr aktueller Notendurchschnitt auf den ersten Blick nicht ganz zu Ihrem Wunschstudienplatz zu passen scheint.
Häufige Irrtümer und Mythen im Lehramtsdschungel
1. Der Irrglaube vom „Freizeitlehrer“
Viele Abiturienten wählen das Lehramt rein wegen der vermeintlich paradiesischen Arbeitszeiten und der langen Ferien. Das Problem ist: Diese romantische Vorstellung impliziert eine fatale Fehleinschätzung der echten Belastung. Wer glaubt, um 13 Uhr den Klassenraum zu verlassen bedeute Feierabend, unterschätzt Korrekturen, Elterngespräche und Unterrichtsvorbereitung massiv. (Man verbringt oft mehr Stunden am Schreibtisch als im Plenum.) As a result: Der spätere Frust führt nicht selten zu einem frühen Burnout in den ersten Berufsjahren.
2. Das Dogma der festen Fächerkombinationen
Junge Studienanfänger glauben oft, sie müssten exakt jene Fächer wählen, die ihnen in der Oberstufe am leichtesten gefallen sind. Let's be clear: Eine rein egozentrische Fächerwahl straft sich im späteren Schuldienst oft bitter. Wer zwei Orchideenfächer kombiniert, sucht jahrelang vergeblich nach einer Planstelle. In short: Strategisches Denken schlägt pure Leidenschaft, wenn es um die langfristige Einstellungsperspektive geht.
3. Die Illusion der perfekten Schule
Man malt sich aus, nach dem Staatsexamen an einem idyllischen Gymnasium mit hochmotivierten Schülern und modernster Technik zu landen. Yet, die Realität konfrontiert Berufseinsteiger meist mit marodem Mobiliar und disziplinarischen Herausforderungen. The issue remains: Wer nicht lernt, mit unvorhergesehenem Chaos umzugehen, scheitert an den strukturellen Hürden des Alltags. Which explains warum Flexibilität wichtiger ist als jede Abiturnote.
Insider-Tipps und der ungeschriebene Weg zum Erfolg
Der geheime Hebel der Ortswechsler
Fast niemand spricht über die Tatsache, dass das erste Semester an einer kleineren Universität oft als Sprungbrett dient. Because: Wer an einer Provinzuni immatrikuliert ist, kann nach dem Basisstudium erstaunlich leicht an eine Elite-Uni wechseln. Die Leistungsnachweise werden problemlos anerkannt. As a result: Man umgeht die brutalen NC-Hürden des ersten Semesters geschickt durch die Hintertür.
Häufig gestellte Fragen
Welcher Notendurchschnitt wird für das Lehramt im Bundesdurchschnitt verlangt?
Es gibt keinen einheitlichen Bundesdurchschnitt, da die Vergabe und die Zulassungsbeschränktionen komplett in der Hand der einzelnen Bundesländer und Hochschulen liegen. Laut aktuellen Statistiken der Kultusministerkonferenz (KMK) bewegen sich die NC-Werte für beliebte Fächerkombinationen an renommierten Universitäten meist zwischen 1,5 und 2,2. Für Grundschullehramt oder Pädagogik in Metropolen steigen die Anforderungen oft sogar auf 1,3 bis 1,6 an. Gleichzeitig bleiben mathematisch-naturwissenschaftliche Fächer und technische Fachrichtungen an vielen Standorten komplett zulassungsfrei, sodass dort rein rechnerisch auch ein durchschnittliches Abitur den direkten Zugang ermöglicht.
