Die Maschinerie der Disney-Realverfilmungen läuft seit Jahren auf absoluten Hochtouren. Was einst als nostalgisches Experiment begann, hat sich längst zu einer der verlässlichsten (wenn auch manchmal diskutierten) Einnahmequellen des Mausekonzerns entwickelt. Immer wieder stellen sich Millionen von Fans weltweit dieselbe drängende Frage: Welcher Disney-Film wird als nächstes verfilmt?
Der Blick auf die aktuellen Produktionspläne der Walt Disney Studios offenbart einen spannenden Wandel. Während Blockbuster wie die Realverfilmung von Vaiana (Moana) die Kinos erobern und der Mega-Erfolg von Lilo & Stitch die Fangemeinde begeistert hat, richtet sich der Blick der Filmwelt bereits fest auf die kommenden Jahre bis 2028 und darüber hinaus.
Zwischen Nostalgie und Neuorientierung: Warum Live-Action-Remakes boomen
Die Strategie hinter den Live-Action-Adaptionen basiert auf einer simplen, aber hochwirksamen Formel: Vertraute Emotionen treffen auf modernste CGI-Technik und den Glanz realer Hollywood-Stars.
Dabei hat sich in den letzten Jahren ein Wandel vollzogen. Standen anfangs noch fast sklavisch nah am Original anmutende Kopien wie Der König der Löwen oder Die Schöne und das Biest im Vordergrund, wagt Disney mittlerweile deutlich mehr kreative Freiheit. Fans dürfen sich auf frische Blickwinkel, unerwartete Genremischungen und erweiterte Handlungsstränge freuen.
Der nächste große Meilenstein: Auf dem Weg zu „Rapunzel“ und Co.
Besonders im Fokus der weltweiten Gerüchteküche und offiziellen Ankündigungen stehen derzeit konkrete Projekte, die in den Startlöchern stehen.
Die magische Welt von Rapunzel (Tangled):
Lange Zeit brodelte die Gerüchteküche, doch inzwischen ist official, dass der Animationshit Rapunzel – Neu verföhnt aus dem Jahr 2010 eine Realverfilmung erhält. Mit Regisseur Michael Gracey (The Greatest Showman) an Bord und einem für 2028 anvisierten Kinostart verspricht das Projekt, ein optisches Spektakel zu werden. Die Besetzung mit Teagan Croft als Rapunzel und Milo Manheim als charmantem Dieb Flynn Rider sowie Kathryn Hahn als hinterlistige Mutter Gothel lässt die Herzen höherschlagen. Das Phänomen geht weiter: „Lilo & Stitch 2“:
Nach dem phänomenalen kommerziellen Erfolg der ersten Live-Action-Adaption rund um das chaotische hawaiianische Alien und das kleine Mädchen hat Disney wenig Zeit verloren. Ein folgendes Live-Action-Projekt – oft gehandelt als eigenständige Weiterführung statt einer reinen Kopie der Direct-to-Video-Fortsetzungen – ist fest für die kommenden Jahre eingeplant. Götter, Helden und Intrigen – „Hercules“: Auch der Mythologie-Klassiker Hercules befindet sich weiterhin in der aktiven Entwicklung.
Unter der Produktion der Brüder Russo (bekannt aus dem Marvel Cinematic Universe) und mit Regisseur Guy Ritchie im Gespräch, soll hier eine Mischung aus modernem Actionkino und dem unverkennbaren musikalischen Charme des Originals entstehen.
Strategische Kurswechsel: Spin-offs und Original-Sequels
Interessant ist auch, dass Disney längst nicht mehr nur starr die klassischen Märchen abarbeitet. Der anhaltende Druck an den Kinokassen und verändertes Zuschauerverhalten sorgen dafür, dass kreative Risiken eingegangen werden. So rücken vermehrt beliebte Bösewichte in den Fokus (wie etwa geplante Projekte rund um Gaston oder Hades-Storylines) oder es wird verstärkt auf originelle Live-Action-Erweiterungen gesetzt, die bekannte Welten vertiefen, statt sie nur zu kopieren.
Die Frage, welcher Film als nächstes verfilmt wird, lässt sich daher nicht mehr nur mit einem einzigen Titel beantworten. Es ist ein vielschichtiges Portfolio aus Fantasy, Abenteuer und musikalischem Welterfolg, das Disney in den kommenden Jahren auf die Leinwände bringen wird.
Welcher der angekündigten Disney-Live-Action-Filme steht ganz oben auf Ihrer persönlichen Vorfreude-Liste?
Der ewige Kreislauf des CGI-Lebens
Wenn wir uns der Illusion hingeben, dass Hollywood jemals die kreative Puste ausgehen könnte, unterschätzen wir die schier unendliche Kraft des Nostalgie-Kapitalismus. Die Frage, welcher Disney-Film als Nächstes durch den computergenerierten Fleischwolf gedreht wird, gleicht längst keinem Ratespiel mehr, sondern gleicht einem mathematischen Algorithmus: Man nehme einen geliebten Zeichentrickfilm aus der Kindheit der heute 30- bis 40-Jährigen, streiche jeglichen Ecken und Kanten den Mut zur Seele und gieße das Ganze in ein fotorealistisches, oft erschreckend graues Gewand.
Zwischen Blockbuster-Garantie und kreativem Stillstand
Wir müssen uns eingestehen: Diese Realverfilmungen sind finanzielle Selbstläufer, selbst wenn das Internet wochenlang vor Empörung brennt. Ob es nun Vaiana oder kommende Projekte wie Raphaela (Tangled) sind – das Publikum rennt ins Kino, um genau das zu sehen, was es vor zwanzig Jahren schon auf VHS, DVD oder im Stream gesehen hat, nur diesmal mit dreidimensionalen Fellhaaren und vermeintlich realistischerem Licht.
Die Ironie an der ganzen Sache? Wir rufen nach neuen Geschichten, kaufen aber Rekord-Kinotickets für die exakte Kopie des alten Zeichentrickfilms, nur dass die Zeichentricktiere plötzlich aussehen, als wären sie direkt aus einer Dokumentation entsprungen.
Der Blick nach vorn: Was bleibt uns übrig?
Bis Disney ankündigt, Pocahontas oder Atlantis durch den CGI-Fleischwolf zu drehen, bleibt uns nur die nüchterne Bestandsaufnahme. Wir können uns darüber ärgern oder Popcorn holen und uns fragen, welcher unschuldige Zeichentrickklassiker als Nächstes dran glauben muss. Wahrscheinlich jener, bei dem die Lizenzgebühren am günstigsten liegen oder das Merchandising-Potenzial am lautesten klingelt.
Dieses Video gibt einen umfassenden Überblick über die kommenden Disney-Live-Action-Projekte, die uns in den nächsten Jahren im Kino erwarten.
