Einleitung: Die Faszination der ultimativen Waffe
Im Zentrum der epischen Weltraum-Saga von Star Wars steht ein architektonisches und militärendes Monstrum, das wie kein zweites die Schrecken des Galaktischen Imperiums symbolisiert: der Todesstern. Die Vorstellung einer Raumstation von der Größe eines Mondes, die in der Lage ist, ganze Planeten mit einem einzigen, gebündelten Superlaser-Schuss zu vernichten, hat sich tief in das kollektive Gedächtnis der Popkultur gebrannt.
Doch so ikonisch diese Stationen auch sind, so komplex gestaltet sich die Antwort auf eine scheinbar simple Frage: Wie oft wurde der Todesstern eigentlich zerstört?
Um diese Frage erschöpfend zu beantworten, müssen wir tief in die Kontinuität des offiziellen Kanons eintauchen, zwischen dem ersten und dem zweiten offiziellen Todesstern unterscheiden, prototyphaftige Vorläufer betrachten und die strategischen sowie taktischen Umstände ihrer jeweiligen Untergänge beleuchten. In diesem ersten Teil unseres umfassenden Expertenartikels widmen wir uns den beiden Hauptmodellen der imperialen Flotte: der DS-1-Orbitalstation und der DS-2-Kampfstation.
1. Der erste Todesstern (DS-1-Orbitalstation): Das eiserne Zeitalter des Imperiums
Die Geschichte des ersten Todessterns (intern als DS-1-Orbitalkampfstation bezeichnet) ist eine Chronik jahrzehntelanger Geheimhaltung, Zwangsarbeit und technologischer Meilensteine. Bereits am Ende der Prequel-Ära (zu sehen in Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith) sahen wir die ersten Entwürfe in den Händen der Separatisten und später unter der direkten Obhut von Großkanzler Palpatine bzw. dem entstehenden Imperium. Die Konstruktion unter der Leitung von Persönlichkeiten wie Orson Krennic und später Großoffizier Wilhuff Tarkin verschlang astronomische Ressourcen und erforderte den Einsatz von Millionen Zwangsarbeitern, unter anderem auf Planeten wie Geonosis und später direkt im Hyperraum oder abgelegenen Sektoren.
Die technischen Eckdaten des DS-1:
Durchmesser: Etwa 160 Kilometer.
Besatzung: Über eine Million imperiale Soldaten, Techniker, Piloten und Offiziere.
Hauptwaffe: Ein kybernetisch verstärkter Superlaser, angetrieben von Kyber-Kristallen, der die Energie ganzer Reaktoren bündeln konnte.
Die erste Zerstörung: Die Schlacht von Yavin (Episode IV)
Der erste Todesstern erlebte seine Feuertaufe – und sogleich sein endgültiges Ende – in Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung. Kurz nach der Demonstration seiner zerstörerischen Kraft an dem friedlichen Planeten Alderaan geriet die Station in das Fadenkreuz der Rebellenallianz. Dank der gestohlenen imperialen Baupläne, die Jyn Erso und ihr Team unter Einsatz ihres Lebens auf Scarif übertragen hatten, identifizierten die Rebellen einen fatalen Konstruktionsfehler:
Einen kleinen, thermischen Auspuffschacht, der direkt mit dem Hauptreaktor der Station verbunden war. Dieser Schacht war zwar durch ray shields (Strahlenabschirmungen) geschützt, aber für zielsuchende Protonentorpedos passierbar, sofern die Flugbahn perfekt berechnet wurde.
In der legendären Schlacht von Yavin griff die Rebellenstaffel die Station an. Während konventionelle Angriffe kaum Wirkung zeigten, nutzte Luke Skywalker in den entscheidenden Sekunden nicht nur seinen X-Wing-Sternenjäger und den Computer, sondern verließ sich auf den Rat seines Mentors Obi-Wan Kenobi und vertraute auf die Macht. Er schoss zwei Protonentorpedos in den besagten Schacht, was eine Kettenreaktion auslöste.
Das Resultat: Der erste Todesstern wurde in einer gewaltigen atomar-ähnlichen Explosion komplett vaporisiert. Die gesamte Besatzung, einschließlich Großoffizier Tarkin, kam ums Leben.
2. Der zweite Todesstern (DS-2-Orbitalstation): Größer, mächtiger, aber unvollständig
Man sollte meinen, dass der Verlust eines solch unermesslich teuren und strategisch wichtigen Projekts das Imperium zur Umorientierung gezwungen hätte. Doch Kaiser Palpatine, angetrieben von Hybris und dem unbändigen Willen, die Rebellenallianz in eine finale, vernichtende Falle zu locken, ließ umgehend einen Nachfolger bauen: den zweiten Todesstern (DS-2).
Die Evolution des Designs
Die DS-2-Kampfstation war in jeder Hinsicht eine Weiterentwicklung des ersten Modells. Mit einem geschätzten Durchmesser von rund 900 Kilometern (wobei neuere kanonische Quellen oft von etwa 160 bis 200 Kilometern ausgehen, aber deutlich massiver und schwerer konstruiert) war diese Station konzipiert, um die Schwachstellen des Vorgängers auszumerzen.
Keine thermischen Schächte: Die fatale Öffnung wurde eliminiert.
Schnellfeuernder Superlaser: Im Gegensatz zum Vorgänger, der nach jedem Schuss eine lange Abkühlphase benötigte, war der Hauptlaser des zweiten Todessterns in der Lage, in rascher Folge kleinere Großkampfschiffe oder gar Flottenverbände ins Visier zu nehmen.
Der Schutzschild: Solange die Station unvollständig war, wurde sie durch einen gigantischen planetaren Schildgenerator geschützt, der sich auf dem angrenzenden waldigen Mond Endor befand.
Die zweite Zerstörung: Die Schlacht von Endor (Episode VI)
Der Untergang des zweiten Todessterns in Star Wars: Episode VI – Die Rückkehr der Jedi-Ritter war Teil von Palpatines raffinierter, aber letztlich fehlschlagenden Falle. Er wusste, dass die Rebellen angreifen würden, sobald sie von der Existenz der unvollständigen Station erfuhren.
Was der Imperator jedoch nicht einkalkuliert hatte, war die Entschlossenheit eines kleinen Stammes von Ewoks auf Endor, das taktische Geschick der Rebellenflotte unter Admiral Ackbar und vor allem die innere Erlösung von Darth Vader (Anakin Skywalker), der seinen Sohn Luke beschützte und den Imperator in den Schacht warf.
Während die Bodentruppen den Schildgenerator auf Endor ausschalteten, führte Lando Calrissian im Millennium Falcon zusammen mit Wedge Antilles und einer Armada von Jägern einen waghalsigen Vorstoß wagemutig direkt in das unfertige Innere des Todessterns durch.
Der Flug in den Reaktor: Die Piloten mussten durch das Labyrinth der unfertigen, gigantischen Schächte fliegen, bis sie den Hauptkern erreichten.
Die Detonation: Lando feuerte seine Concussion-Raketen und Laser auf den Hauptreaktor ab, wodurch die Station von innen heraus zerrissen wurde, während sie gleichzeitig von der Rebellenflotte schwer beschädigt wurde.
Kurz nach der Flucht der Millennium Falcon explodierte der zweite Todesstern in einer gigantischen Supernova-ähnlichen Explosion über dem waldigen Mond von Endor.
Ausblick auf Teil 2
Damit haben wir die beiden prominentesten, ikonischsten Todessterne und deren Zerstörungen im offiziellen Kanon beleuchtet. Doch die Geschichte des imperialen und post-imperialen Größenwahnsinns endet hier noch lange nicht.
In unserem zweiten Teil widmen wir uns den weniger bekannten Projekten – von den Prototypen im Maw-Cluster aus den "Legends" bis hin zur technologischen Weiterentwicklung in Form der Starkiller-Basis der Ersten Ordnung – und beantworten endgültig, ob man diese ebenfalls als "Todesstern" zählen muss und wie oft das Konstruktionsprinzip insgesamt gescheitert ist.
Haben Sie Fragen zu den technischen Details oder den Unterschieden zwischen dem alten Kanon (Legends) und dem neuen Disney-Kanon?
Die verhängnisvolle Architektur des Imperiums: Warum der zweite Todesstern noch spektakulärer scheiterte
Die Konstruktion unter dem Schatten des Versagens
Obwohl die imperiale Führung aus den Fehlern des ersten Entwurfs lernen wollte, erwies sich der Bau des zweiten Todessterns über dem Waldmond von Endor als logistisches Himmelfahrtskommando. Technisch gesehen war diese zweite Station deutlich fortgeschrittener: Der berüchtigte thermische Auslass, der dem ersten Koloss zum Verhängnis wurde, war durch ein kompliziertes Netz aus Millimeter-genauen Energiekanälen ersetzt worden. Dennoch litt das Projekt unter dem enormen Zeitdruck des Imperators, der die Galaxis durch Angst und Schrecken einen.
Die imperiale Arroganz: Palpatine unterschätzte systematisch die Entschlossenheit der Allianz und überschätzte die Loyalität seiner Subunternehmer.
Die Schild-Schwachstelle: Die gesamte Station verließ sich auf einen Generator auf dem Mond Endor – eine klassische Achillesferse, die das Schicksal der Station besiegelte.
Unvollendetheit als Tarnung: Der Bau war zwar zu großen Teilen funktionstüchtig, bot jedoch im Inneren zahlreiche ungesicherte Schächte und provisorische Brücken.
Das Ende im Orbit von Endor
In Star Wars: Episode VI – Die Rückkehr der Jedi-Ritter gipfelt der Konflikt in einer gigantischen Raumschlacht. Während die Rebellenflotte in eine Falle gelockt wird, gelingt es einem kleinen Trupp um Han Solo und Leia Organa, den Bodenschildgenerator auszuschalten.
"Es ist eine Falle!" – Admiral Ackbars berühmter Warnruf verdeutlichte, dass die imperiale Superwaffe selbst in unfertigem Zustand eine tödliche Bedrohung darstellte.
Sobald der Schutzschild deaktiviert war, drangen Lando Calrissian im Millennium Falcon und Wedge Antilles in ihren Jägern direkt in den unfertigen Hauptkern der Station ein. Nach einem packenden und präzisen Torpedoangriff auf den Reaktor zerbarst der zweite Todesstern in einer gewaltigen Explosion, noch bevor er vollendet war.
Was bleibt vom Mythos? Die Trümmer in Episode IX
Die Geschichte der ultimativen Zerstörung endet jedoch nicht mit der Feier auf Endor. Jahrzehnte später, in Star Wars: Episode IX – Der Aufstieg Skywalkers, tauchen die gewaltigen Überreste des zweiten Todessterns auf dem wellenumbrauschten Mond Kef Bir wieder auf. Die verrosteten und vom Meer umspülten Wrackteile dienen als stumme Zeugen des imperialen Wahnsinns und bieten Rey und Kylo Ren die Kulisse für ihr episches Duell.
Fazit: Eine Bilanz der Zerstörung
Zusammenfassend lässt sich festhalten: Offiziell wurden in den klassischen Filmen zwei vollwertige Todessterne komplett zerstört.
Welcher Aspekt der Konstruktion oder der finalen Schlacht fasziniert dich bei diesen gigantischen Raumstationen am meisten?

