Der Master of Business Administration (MBA) an der Harvard Business School (HBS) gilt weltweit als das unbestrittene Aushängeschild akademischer Management-Ausbildung. Wer den begehrten Platz im Hörsaal in Boston ergattert, begibt sich auf eine intellektuelle und persönliche Reise der Extraklasse. Doch wer über die Bewerbung nachdenkt, wird unvermeidlich mit einer Realität konfrontiert, die so gewaltig ist wie der Ruf der Institution selbst: die enormen Kosten.
Die finanzielle Hürde eines Harvard-MBA ist seit jeher legendär, doch im Zuge aktueller Wirtschaftsentwicklungen haben die Gesamtausgaben neue Dimensionen erreicht. In diesem ersten Teil unseres umfassenden Fachartikels analysieren wir im Detail, welche Beträge im Rahmen des offiziellen Budgets auf Studierende zukommen, wie sich die einzelnen Kostenfaktoren zusammensetzen und warum die reine Studiengebühr nur die Spitze des Eisbergs darstellt.
1. Die offiziellen Budgetzahlen im Überblick (Cost of Attendance)
Wenn man von den Kosten eines Harvard-MBA spricht, reicht es bei Weitem nicht aus, lediglich auf die reine Semester- oder Studiengebühr zu blicken. Die Harvard Business School kalkuliert ihren sogenannten Cost of Attendance (COA) nach einem strengen neunmonatigen akademischen Budget. Dieses Budget bildet die realen Lebenshaltungskosten im teuren Großraum Boston/Cambridge ab und dient gleichzeitig als offizielle Berechnungsgrundlage für die Vergabe von Finanzhilfen und Studienkrediten.
Für einen alleinstehenden Studierenden beläuft sich das geschätzte Jahresbudget auf rund 130.318 US-Dollar.
Um diese Gesamtsumme transparent zu machen, lohnt sich ein Blick auf die genaue Aufschlüsselung der jährlichen Posten für einen Single-Studierenden:
(Hinweis: Historisch separate Gebühren wie die früheren Kurs- und Programmmaterialkosten wurden von der HBS mittlerweile direkt in die reguläre Studiengebühr integriert.)
2. Die Kernkomponenten im Detail aufgeschlüsselt
Die Studiengebühr (Tuition)
Mit rund 84.760 US-Dollar pro Jahr macht die eigentliche Studiengebühr den größten Einzelposten aus. Di
Krankenversicherung und Pflichtabgaben
Das US-amerikanische Gesundheitssystem verlangt eine lückenlose Absicherung. Die Harvard University verlangt von ihren Studierenden die Teilnahme am universitätseigenen Gesundheitsprogramm (HUHS). Schlägt die Student Health Fee noch moderat zu Buche, schlägt die obligatorische Krankenversicherung (Student Health Insurance Plan) mit knapp 5.000 US-Dollar jährlich zu Buche. Zw
Wohnen und Lebenshaltung in Boston (Cambridge)
Boston gehört zu den teuersten Pflastern der Vereinigten Staaten. Das von Harvard veranschlagte Budget für Unterkunft und Verpflegung geht von marktüblichen, aber kostenintensiven Standards aus. We
3. Der Familienfaktor: Warum sich das Budget drastisch erhöht
Ein oft unterschätzter Aspekt bei der Kalkulation eines Harvard-MBA ist die familiäre Situation des Studierenden. Wer nicht als Single nach Massachusetts zieht, sondern Partner oder Kinder mitbringt, sieht sich mit einem deutlich aufgeblähten Finanzbedarf konfrontiert. Ha
Single-Studierender: ca. $130.318 pro Jahr
Verheiratete Studierende (mit Partner): ca. $159.592 pro Jahr
Verheiratet mit einem Kind: ca. $179.402 pro Jahr
Verheiratet mit zwei Kindern: ca. $186.312 pro Jahr
G
4. Die verborgene Kostenlast: Opportunitätskosten
Wer die reinen Ausgaben auf dem Papier addiert, erfasst nur die halbe Wahrheit. Das wirtschaftlich schwerwiegendste Investment eines Harvard-MBA lässt sich unter dem Begriff der Opportunitätskosten zusammenfassen.
Um zwei Jahre lang Vollzeit in Harvard studieren zu können, geben die meisten Teilnehmer ihre bisherigen, oftmals sehr lukrativen Festanstellungen auf. We
Rechnet man diesen entgangenen Lohn zu den direkten Studien- und Lebenshaltungskosten hinzu, knackt das Gesamtelement der Investition für einen Harvard-MBA fast immer die Marke von einer halben Million US-Dollar.
Im kommenden zweiten Teil dieses Artikels widmen wir uns der Frage, wie diese gigantischen Summen gestemmt werden können – von bedarfsorientierten Stipendien der Harvard Business School über externe Stiftungen bis hin zu Rückzahlungsmodellen und der späteren Rendite (Return on Investment) auf dem globalen Arbeitsmarkt.
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